Greenpeace: Gen-Kennzeichnung ist schlechter Aprilscherz

"Gen-Vignette" umfasst nur die wenigsten Lebensmittel

Wien (OTS() - Als "Mogelpackung' und "Beruhigungspille für die Bevölkerung vor dem Gentechnik-Volksbegehren' kritisierte Greenpeace die morgen als Vorläufer der überaus mangelhaften EU-Novel Food Verordnung in Kraft tretende Gen-Kennzeichnung. Diese Kennzeichnung erfasst nur einen Bruchteil aller Gentech-Produkte. Sie regelt nicht einmal, wie ein Gen-Kennzeichen konkret aussehen müsste. Greenpeace fordert Ministerin Barbara Prammer daher auf, die Konsumenten in österreich nicht in die Irre zu führen, sondern lückenlos über Gentech-Produkte im Handel zu informieren.

Nach der EU-Novel Food Verordnung müssen nur die Produkte mit einer "Gen-Vignette' versehen werden, die "vermehrungsfähige' genmanipulierte Organismen enthalten, bzw. bei denen eine "wesentliche' Veränderung des Produktes "wissenschaftlich nachweisbar' ist.

Folgende Gentech-Produkte werden von der Kennzeichnungsverordnung nicht erfasst und sind daher für den Konsumenten nicht erkennbar:

* Produkte, bei deren Herstellung (z. B. durch Erhitzen oder Filtrieren) die ursprüngliche Beschaffenheit verändert worden ist, oder die "Störstoffe' enthalten, sodass die Analysemethoden nicht mehr ansprechen.
DNA-Analysen bei Lebensmitteln sind in der Regel schwierig: Die gängigen Gen-Tests sind hochsensible Verfahren, die mit Enzymen arbeiten und daher sehr störanfällig sind.

* Gentech-Sojaöl und Gentech-Sojalecithin, die bereits in Speiseölen bzw. möglicherweise in Schokolade eingesetzt werden, fallen beispielsweise nicht unter die Kennzeichnungs-Pflicht.

* Produkte mit Enzymen, Aromastoffen, Vitaminen etc. aus Gentech-Produktion werden weiterhin ohne "Gen-Vignette' verkauft werden dürfen.

* Gentechnisch manipulierte Futtermittel fallen nicht unter
die Novel Food-Verordnung.

* Schnitzel mit Gentech-Soja-Bröseln, frittiert
mit Gentech-Sojaöl, oder Pizza mit Anti-Matsch-Tomaten und Gentech-Käse müssen ebenfalls nicht deklariert werden.

"Die Kennzeichnungs-Verordnung ist bestenfalls ein schlechter Aprilscherz", kritisiert Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. "Sie ist extrem lückenhaft und schreibt nicht einmal vor, welche Art der Kennzeichnung auf der Verpackung zu stehen hat. Offensichtlich sollen die östereichischen Konsumenten kurz vor dem Volksbegehren mit einer "Gen-Vignette" als Beruhigungspille ruhiggestellt werden. Die Menschen sind aber nicht so dumm, dass sie diese Mogelpackung nicht durchschaün. Das Volksbegehren ist jetzt wichtiger denn je!"

Greenpeace führt derzeit gerade umfangreiche Tests in Supermärkten durch, um die Konsumenten über allfällige Gentech-Produkte zu informieren.

weitere Informationen: Matthias Schickhofer, Greenpeace österrreich, Tel: 01-7130061-44 oder 0664-3386503 Dr. Thomas Belazzi, Greenpeace Österreich, Tel: 01-7130061-40

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