ÖBB: Semmering-Basistunnel wichtige europäische Eisenbahnmagistrale

Wien (OTS) - Im Gegensatz zu manchen regionalpolitischen oder branchen- branchenspezifischen Betrachtungsweisen sehen die Österreichischen Bundesbahnen den Bau des Semmering-Basistunnels als wesentlichen Bestandteil der künftigen transeuropäischen Verkehrsachsen. Die sogenannte "Pontebbana", also die internationale Eisenbahnstrecke, die die Ostsee über die Nordbahn und die Südbahn mit der Adria verbindet, genießt im Rahmen der EU-Verkehrspolitik hohen Stellenwert. Sie soll als europäische Verkehrsachse zur Hochleistungsstrecke ausgebaut werden.

Wie notwendig bereits jetzt die Kapazitätsvorsorgen für die Zukunft sind, zeigt die Entwicklung des Transit- güterverkehrs in den letzten beiden Jahren: Seit 1994 stieg das Aufkommen über den Semmering jährlich um rund 30 %.

Während in den traditionell starken Nord-Süd-Relationen zwischen den EU-Mitgliedstaaten vergleichsweise nur geringe Zuwächse erzielt wurden, stieg das Schienenverkehrsaufkommen im Ost-Süd-Verkehr um ein Vielfaches.

Das gegenüber der Brennerbahn wesentlich höhere Wachstumspotential im Ostverkehr nehmen die ÖBB bereits seit Jahren zum Anlaß für leistungssteigernde Investitionen vor allem in die Pontebbana-Achse (Nordbahn/Südbahn). Hier weist die Semmeringbahn, insbesondere die Nordrampe, als einziger Abschnitt im übergeordneten europäischen Bahnnetz, die Parameter einer Lokalbahn auf. Enge Kurven erlauben abschnittsweise nur eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Vergleichbare Gebirgsbahnen, wie die Brennerstrecke oder die Gotthardbahn, sind wesentlich besser angelegt und gestatten wesentlich höhere Geschwindigkeiten.

Die Semmeringstrecke erfordert durch ihre ungünstigen Anlageverhältnisse einen hohen technischen Aufwand in der Erhaltung zur Wahrung der Betriebssicherheit sowie außerordentlich hohe Betriebskosten.

Beim geplanten Semmering-Basistunnel handelt es sich nicht um ein über- dimensioniertes Monsterbauwerk. Im Gegenteil: Will man die museale Ghega-Strecke erhalten, muß sie durch einen Streckenneubau entlastet werden.

Der Bau des Semmering-Basistunnels ist nicht nur aus Kapazitätsvorsorge für die Zukunft des europäischen Eisenbahn-Transitverkehrs, sondern vor allem aus betriebswirtschaftlichen und marktwirtschaftlichen Gründen für Österreich erforderlich. Derzeit können auf der gesamten Südbahn nur Züge mit maximal 1000 Bruttotonnen gefahren werden. Durch den Semmering-Basistunnel wären Lasten von 1500 t nach Kärnten und 2000 t in die Steiermark möglich. Auch ein leistungsfähiges Angebot im Kombinierten Verkehr wäre nur mit dem Semmering-Basistunnel möglich.

Der Ausbau der Schienenwege kommt natürlich auch den an ihnen gelegenen Regionen zugute. Nicht nur die Steiermark, auch das südliche Niederösterreich wird davon wirtschaftlich profitieren.

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