Rudolph: Verschlechterte Bedingungen für Fremdsprachenunterricht

Wien, 27.03.1997 (fpd) - "Schlechte Zeiten brechen für den Fremd-sprachenunterricht an den Wiener AHS an", stellte heute der frei-heitliche Vizepräsident des Wiener Stadtschulrates Herbert Rudolph fest. Nach einer mündlich ergangenen Weisung an die Direktoren müsse im kommenden Schuljahr die Gruppeneinteilung im Englischunterricht in den ersten und zweiten Klassen vermieden werden.****

Die dadurch gewonnenen Lehrerstunden sollen demnach für unverbind-liche Übungen genutzt werden. Der Englischunterricht werde daher für 28 oder 29 Schüler gemeinsam erfolgen, was die Qualität des Unter-richts erheblich mindern werde. "Rudolph bezeichnete dies als "krasse Fehlentscheidung" und beabsichtigt, diese Weisung durch das Unter-richtsministerium auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen zu lassen.

"Es ist eine unglaubliche Heuchelei, wenn sich Bildungspolitiker mit populistischer Ader mit Initiativen zum Fremdsprachneunterricht brüsten, ihre auf rechtlich wackeligen Beinen stehenden Taten aber das genaue Gegenteil bewirken. Öffentlich eingestanden wurde diese eigenartige Weisung auf Grund einer Anfrage der FPÖ bei der letzten Sitzung des Stadtschulrates. Der zuständige Beamte hatte nach mehrmaligen Nachfragen zugegeben, die angesprochene Weisung an die AHS-Direktoren gegeben zu haben.

Durch die seit dem heurigen Schuljahr reduzierten Unterrichtsstunden in den ersten, zweiten und dritten Klassen der AHS kam es ohnehin schon zu einer 20-prozentigen Kürzung des Englischunterrichts. "Mit dieser Weisung, die jeder pädagogischer Vernunft widerspricht, werden die Lernbedingungen weiter verschlechtert, kritisierte Rudolph abschließend. (Schluß)am, nnnn

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