Von Zucht und "Un"Zucht bei Rassehunden

Wien (OTS) - Vor wenigen Tagen gab der Europarat in Straßburg eine Empfehlung zur Umsetzung der "Konvention zum Schutz der Haustiere" ab. Darin soll ein Zuchtverbot von über 100 Hunde- und Katzenrassen verankert werden. Österreich überlegt, diese Konvention zu unterzeichnen. Das Tierhilfswerk Austria (THWA) hält generelle Zuchtverbote dieser Art für wenig zielführend.

Der Europarat in Straßburg will mit besagter Konvention die Zucht von Perserkatzen oder Hunderassen wie Cocker Spaniel, Bulldogge oder Bassett verbieten. Als Begründung wird das gesundheitliche Wohl der Tiere angegeben.

Dazu Mag. Alexander Willer, Kampagneleiter des Tierhilfswerks Austria: "Generelle Zuchtverbote sind nur bei wenigen Rassen - wie etwa Nackthunden - angebracht, gehen aber sonst an den eigentlichen Problemen vorbei. Wesentlich effektiver wären Zuchtbeschränkungen, um den Trend in Richtung Massenware Rassehund zu stoppen, bzw. genauere Selektion der Hundekäufer durch die ZÜchter. Ein gesetzliches Verbot von sogenannten 'Kampfhunden' führt nur zur Etablierung einer kriminellen Szene."

Der Europarat folgt mit der "Konvention zum Schutz der Haustiere" einem europaweiten Trend, der zwar im Prinzip sehr im Sinne des Tierschutzes steht, aber nicht zu Pauschalverteufelungen führen darf. So sollen in Schweden 60 Hunderassen verboten werden; darunter Boxer, Bullterrier oder Chow Chow. Im deutschen Bundesland Hessen steht ein Verbot von gefleckten Doggen oder Yorkshire Terrier an. Die Schweiz überlegt ein Zuchtverbot von Tieren mit "anatomischen Defekten".

Christian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Ein Verbot von Qualzüchtungen, wobei das einzelne Tier schwere körperliche Leiden auf sich nehmen muß, nur um von Menschen gesetzen Rassestandards zu genügen, muß begrüßt werden. Allerdings darf nicht derselbe Fehler wie in der Steiermark begangen werden, wo die Zucht und Haltung von Rassen wie Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Bullterrier oder Rottweiler nur deshalb untersagt ist, weil die Tiere durch menschliches Fehlverhalten als gefährliche 'Waffen' mißbraucht werden könnten."

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Alexander Willer (Kampagnenleiter)
Christian Janatsch (Präsident THWA)
Tel.: 02243/229 64

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