Berglandmilch zum Thema Gentechnologie

Wien (OTS) - "Nach unserem derzeitigen Wissensstand werden bei den Produkten von Schärdinger und Desserta keine Produkte mit gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt. Wir werden alles daransetzen, damit das so bleibt. Berglandmilch wird darüberhinaus auch auf der Ebene der Zusatzstoffe Produkte aus gentechnischer Produktion aus den Rezepturen verbannen". Dies erklärte heute der Vorstandssprecher von Berglandmilch, Dr. Josef Schwaiger, zur aktüllen Diskussion über den Einsatz von Gentechnologie bei landwirtschaftlichen Produkten.

In einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung wurde gemeinsam mit den gewählten Vertretern der 23.000 bäuerlichen Eigentümer beschlossen, bei der Herstellung der Schärdinger- und Dessertaprodukte auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten.

* Die getroffenen Massnahmen der Berglandmilch

Bei der Umsetzung dieses Beschlusses hat die Berglandmilch bisher folgende Schritte gesetzt:

- Bei der Produktion werden keine gentechnisch veränderten Organismen eingesetzt.

Darüberhinaus verzichtet Berglandmilch auf den Einsatz von gentechnisch gewonnenen Produkten wie z. B. Genlab.

- Substanzen, für die Erklärungen von Vor-Lieferanten nicht vorliegen oder für die derzeit die Nachweismethoden bezüglich gentechnischer Veränderungen fehlen (z. B. Gluciosesirup, Zitronensäure, Sojaöl) wurden bzw. werden ersetzt.

* So sollen diese Massnahmen überwacht werden:

. Vor-Lieferanten müssen schriftlich garantieren, dass ihre Produkte keine gentechnisch veränderten Organismen enthalten.

. Auch für Zusatzstoffe wird von den Vor-Lieferanten eine solche Garantie verlangt (z. B. für Lecithin, Enzyme, Vitamine).

. Alle Anbieter von Futtermitteln für die Milchviehfütterung wurden von Berglandmilch schriftlich aufgefordert, eine Garantie abzugeben, Futtermittel ohne Produkte aus gentechnisch modifizierten Pflanzen für alle Milchlieferanten der Berglandmilch anzubieten. Dabei wurde besonders betont, dass eine flächendeckende Versorgung ohne Mehrkosten für die Bauern gewährleistet sein muss. Die Futtermittelhersteller haben bisher der Berglandmilch die Soja-Freiheit schriftlich zugesagt. Die so angebotenen Futtermittel-Mischungen sind laut telefonischen Angaben der massgeblichen Futtermittelanbieter grossteils wesentlich kostengünstiger als Futtermittelmischungen auf Soja-Basis.

. Die 23.000 Bauern als Milchlieferanten werden in diesen Tagen schriftlich über die Vorgangsweise der Berglandmilch informiert. Sie erhalten in weiterer Folge eine Liste jener Futtermittelanbieter, die entsprechende Produkte anbieten. Die gewählten Eigentümervertreter haben beschlossen, dass in Hinkunft ausschliesslich die so angebotenen Futtermittel bei der Milchviehfütterung eingesetzt werden.

. Alle Molkereien, die Produkte für Berglandmilch herstellen, werden schriftlich aufgefodert, ebenfalls den gleichen Standard zu gewährleisten.

. Die angeführten Massnahmen werden von einem unabhängigen Kontrollinstitut überprüft.

Zur zusätzlichen Absicherungen des hohen Standards für Gentech-freie Produkte hat Berglandmilch Vertreter von Greenpeace über die Vorgangsweise zur Gewährleistung der Gentechnik-Freiheit beigezogen.

* Berglandmilch - die grösste Molkerei in Österreich

Berglandmilch ist der grösste österreichische milchverarbeitende Betrieb. Schärdinger ist die umsatzstärkste Lebensmittelmarke in Österreich, Desserta die drittgrösste Marke. Im Unternehmen, das als bäuerliche Genossenschaft organisiert ist, wird mehr als ein Drittel der österreichischen Milch direkt verarbeitet und vermarktet. Mit den Produkten anderer Molkereien verarbeitet Berglandmilch fast die Hälfte der österreichischen Rohmilch.

* "Die Natur kann man nicht verbessern" - Gründe für die Distanzierung von der Gentechnologie

"Die Natur kann man nicht verbessern! Unsere Produkte stehen für Natürlichkeit in Produktion und Verarbeitung. Der Verzicht auf die Gentechnik ist daher eine logische Konsequenz", begründet Dr. Schwaiger diesen Schritt der Berglandmilch.

Die überwältigende Mehrheit der österreichischen Konsumenten (88 Prozent) lehnt den Einsatz der Gentechnik bei Lebensmitteln klar ab. Ebenso die Baürn: 85 Prozent der österreichischen Landwirte zeigen der Gentechnik die kalte Schulter. "Wir fühlen uns dem Konsumenten und unseren bäuerlichen Eigentümern gegenüber verpflichtet. Unsere Entscheidung ist eine Investition in die Zukunft. Wir wollen damit sicherstellen, dass unsere Konsumenten auch in Zukunft naturnahe Lebensmittel beziehen können", so Dr. Schwaiger weiter.

* Ein Gemeinschaftsprojekt aller Partner

"Um den von der Berglandmilch gewählten Weg dauerhaft sicherstellen zu können, sind wir auf alle Vertragspartner (das sind 23.000 Bauern, über 50 Vor-Lieferanten von Hilfs- und Betriebsstoffen, mehr als zehn Vertragspartner wie z. B. Molkereien), aber auch auf die Bereitschaft der Futtermittelhersteller angewiesen", betonte der Vorstandsvorsitzende Dr. Josef Schwaiger. ,Berglandmilch wird die Kontrolle der von den Vertragspartnern eingegangenen Verpflichtungen sehr transparent gestalten und die Leistungen aller, die zur Sicherung der vorgegebenen Standards der Berglandmilch-Produkte beitragen, entsprechend hervorheben".

"Bei allen Mitarbeitern, die diesen Weg bisher möglich gemacht haben, möchte ich mich für das grosse Engagement, und bei allen Vertragspartnern, die ihr Mitmachen bereits zugesagt haben, für die Kooperationsbereitschaft bedanken", erklärte Dr. Josef Schwaiger.

Abschliessend fordert Schwaiger von der österreichischen Bundesregierung, im Interesse der Konsumenten, aber auch der betroffenen Unternehmen eine für Österreich einheitliche Definition betreffend "Gentechnik-freier Lebensmittel" zu erstellen, damit Transparenz und Klarheit im Interesse aller Beteiligten sichergestellt werden kann. Für den Bereich der Milchprodukte plädiert Schwaiger für eine Orientierung an den von der Berglandmilch festgelegten Standards für die eigene Produktion.

Rückfraghinweis: Mag. Georg Schöppl

Berglandmilch, Tel: 0732-778586-200

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