Haie als Opfer der Profitgier

Wien (OTS) - In Ost- und Südostasien gilt Haifleisch als begehrte Delikatesse. Auch hierzulande kommen findige Unternehmer immer mehr auf den Geschmack, Haie als "Leckerbissen" tellerfertig zu servieren. Der Trend in Richtung Exotenfleisch hält unvermindert an. Den wenigsten Konsumenten ist aber bewußt, welch gewaltige Artenschutzprobleme dies mit sich führt. Das Tierhilfswerk Austria ruft zum Boykott von Haifleisch auf.

Christian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerks Austria: "Der Hai gilt gemeinhin als Bestie. Dabei sterben jedes Jahr weltweit fünf bis zehn Menschen durch Haie. Im gleichen Zeitraum werden aber etwa 50 Millionen Haie von Menschen getötet. Dieses Massaker geschieht ohne großen internationalen Aufschrei. Haie haben keine Lobby; sie eignen sich nicht als vermarktbare Kuscheltiere. Das Geschäft mit ihren Körperteilen, vor allem mit ihrer Rückenflosse, gestaltet sich da weit lukrativer."

Die Jäger der Ozeane sind mittlerweile längst zu den Gejagten geworden. Fast alle Körperteile des Haies finden kommerzielle Verwertung.

-) Haut: liefert ein strapazierfähiges Leder für Modeartikel wie Brieftaschen, Gürtel oder Schuhe
-) Knorpel: werden in der chinesischen Medizin in pulverisierter Form

als Allheilmittel dargeboten
-) Gebiß: wird von Trophäenjägern sehr begehrt
-) Kadaver: Verarbeitung zu Tierkörpermehl
-) Leber: enthält das Squalen, eine ölige Substanz, die in der Kosmetikindustrie wie auch als Schmiermittel Verwendung findet.

Das weitaus größte Problem stellt die rücksichtslose Jagd nach den Haiflossen dar, bringt doch ein Kilogramm davon mindestens 100 Dollar. Ganze Fangflotten machen dafür Jagd auf Haie. Die Fischer sehen es als reine Zeitverschwendung an, die gefangenen Tiere zu töten. Sie werden lediglich mit einem gezielten Stich ins Rückenmark bewegungsunfähig gemacht. Dann werden die Flossen per Machete abgesäbelt und die schwer verletzten Haie als Abfall zurück ins Meer geworfen. Die bewegungsunfähigen Tiere sinken auf den Meeresgrund, wo sie erbärmlich verenden.

Christian Janatsch: "Bei dem Gedanken, daß Millionen Tiere qualvoll verenden, um die Gaumenfreuden sogenannter "Feinschmecker" zu befriedigen, dreht sich mir der Magen um. Hier wird das Bestehen einer ganzen Art gefährdet, bloß um eine gastronomische Marktlücke auszufüllen. Das Tierhilfswerk Austria fordert daher zu einem Boykott von Lokalen auf, die Exotenfleisch anbieten. Eine Liste der "schwarzen Schafe" kann in unserem Büro angefordert werden."

Rückfragen & Kontakt:

Tierhilfswerk Austria
Christian Janatsch, Mag. Alexander Willer
Tel.: 02243/229 64

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