"Flexibilität im Denken statt Forderungen aus der Mottenkiste"

Dienstleistungscharakter des Tourismus zu wenig anerkannt - Vizepräsidentin Gürtler vor Tourismus Forum in Mayrhofen

Wien (PWK) - Die Arbeitszeit im Gastgewerbe muß sich an den Gästewünschen orientieren. Der österreichische Tourismus hat sich vom Verkäufer- zum Käufermarkt gewandelt und kommt, wie viele andere Bereiche, unter intensiven globalen Wettbewerbsdruck. "Der Kunde macht den Markt. Wer das nicht akzeptieren will, verliert den internationalen Anschluß", erklärte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Dkfm. Elisabeth Gürtler, Donnerstag abend anläßlich des derzeit in Mayrhofen stattfindenden Tourismus Forums der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft. ****

Der Freiraum der Gestaltungsmöglichkeiten im Interesse der Arbeitnehmer und Arbeitgeber müsse erweitert werden. Gefragt sei "Flexibilität im Denken", nicht das Aufwärmen von Forderungen aus der Mottenkiste des gewerkschaftlichen Arbeitskampfes. Auch gehe es darum, das Thema "Zeit", insbesondere "Arbeitszeit und Freizeit", neu zu definieren, da die Grenzen immer fließender werden.

Es sei bedauerlich, daß bei den jüngsten Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung die Besonderheiten der Tourismuswirtschaft nicht ausreichend berücksichtigt wurden. "Der wichtige Dienstleistungsgedanke wurde zu wenig anerkannt", führte Gürtler aus. Gerade die Nachfrage nach Qualität, vor allem nach Qualität in der Dienstleistung, werde nach allen derzeitigen Trends und Prognosen auch in den kommenden Jahren, und sicher auch über die Jahrtausendwende hinweg, weiter zunehmen.

Die Tourismuswirtschaft kann auch nicht, wie andere Branchen, Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Ganz im Gegenteil, es werden Arbeitsplätze im Inland geschaffen. Der zunehmende Trend nach Kongreß- und Kultururlaub, nach Gesundheits-, Erlebnis- und Sporturlaub biete enorme Chancen für zahlreiche neue Arbeitsplätze, "wenn man flexibel ist und uns arbeiten läßt".

Festzustellen ist ein Trend zu Kurzurlauben sowie zu Zweit- und Dritturlaubsreisen. Hier ist neue Professionalität gefragt. Gefragt sind engagierte Mitarbeiter, die mit den neuen Technologien, wie z.B. den Computerreservierungssystemen umzugehen verstehen. "Mit rigiden Strukturen wird die Angebotsentfaltung im globalen Wettbewerb nur behindert. Es könnte damit auch der wesentliche Devisenbringer der österreichischen Volkswirtschaft ernsthaft gefährdet werden", warnte Gürtler aus aktuellem Anlaß. Insgesamt sehe die heimische Tourismuswirtschaft die neuen Herausforderungen aber als Chance und nicht als Krise und blicke daher mit Optimismus ins dritte Jahrtausend".

(Schluß) hp

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