ÖAR: Tomandl-Mazal-Studie kennt Gesetz nicht

Wien (OTS) - Gestern, Mittwoch, wurde von den beiden Univ.Professoren Theodor Tomandl und Wolfgang Mazal eine Studie mit dem Titel "Das Invaliditätsproblem" präsentiert. Die darin enthaltenen Vorschläge sind allerdings längst Gesetz, meint die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation ÖAR, Dachorganisation der Behindertenverbände. ****

Mit der letzten ASVG-Novelle wurde der Zugang zur Invaliditätspension schwieriger gemacht. Ein Antrag auf I-Pension gilt gleichzeitig als Antrag auf Rehabilitation. Nur wenn eine Umschulung unmöglich erscheint, wird I-Pension gewährt - und meist auch nur befristet.

Auch der Forderung nach einer Lockerung des Berufsschutzes ist die ASVG-Novelle zuvorgekommen. Die Schutzbestimmungen sind bereits stark ausgehöhlt.

Jüngere behinderte Menschen haben derzeit, so die ÖAR, nur auf eine relativ geringe I-Pension Anspruch. Um die erhaltenen finanziellen Leistungen auf ein lebensnotwendiges Mindestmaß zu erhöhen, gibt es Zurechnungszuschläge nach Alter und erworbenen Versicherungsjahren. Geht ein junger Mensch trotz Behinderung einer neuen Tätigkeit nach, fallen diese Zurechnungszuschläge weg. Die Altersstaffelung ist daher ebenfalls in der Praxis bereits vorhanden.

ÖAR-Präsident Dr. Klaus Voget: "Wenn die Anzahl der Invaliditätspensionen steigt, dann sicher nicht aufgrund der Arbeitsunwilligkeit der betroffenen Personen." Eine der Hauptursachen sei, so Voget, nach wie vor die enorme gesundheitliche Belastung an vielen Arbeitsplätzen, die Menschen würden sich im wahrsten Sinn des Wortes "kaputtarbeiten". Darüberhinaus sei es für jüngere Menschen unmöglich, einen sinnvollen und ausfüllenden neuen Beruf zu erlernen, solange das Angebot der Sozialversicherungsträger auf berufliche Rehabilitation nicht verbessert und ausgebaut wird.

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