Mieten sinken, Eigentum gewinnt langfristig an Wert

Steller: "Käufer sind die Gewinner" - öffentliche Hand greift der Wohnbevölkerung immer tiefer in die Tasche

Wien (PWK) - Der rückläufige Trend bei den Wohnungsmieten hält weiter an. Im Durchnitt sanken die Mieten in Österreich 1996 um 0,6%. Dies wurde einerseits verursacht durch ein größeres bedarfsdeckendes Angebot, andererseits durch die Einführung der Richtwerte, die marktnahe Preise ermöglichen. "Wie die Entwicklung des Büromarktes schon vor Jahren gezeigt hat, wirken die Kräfte des Marktes deutlich besser als gesetzliche Zwangsmaßnahmen und ideologisch motivierte Zinsbegrenzungen. Dieser Trend wurde nunmehr im Wohnungsbereich nachvollzogen", erklärte Ger-hard Steller, Bundesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreu-händer anläßlich der Präsentation des Immobilienpreisspiegels 1997. ****

Die 1994 eingeführten Richtwerte (3.WÄG) ermöglichen marktnahe Preise; die verstärkte Bautätigkeit nicht zuletzt auch der gewerblichen Bauträger sorgt für ein bedarfsdeckendes Angebot. Der Rückgang der Wohnungsmie-ten wirkt sich insbesondere in Linz ( -8%), Bregenz ( -7% ) und St. Pölten (-5%) aus. In Wien entwickelten sich die Mieten unterschiedlich. Während in sehr guter Lage keine Veränderung stattfand, ist bei mässiger bis guter Lage ein Rückgang um 1,6 bis 2,1% feststellbar. Inflationsbereinigt bedeutet dies einen realen Rückgang der Mieten um bis zu 4% in Wien.

Der Trend der Österreicher zum Eigentum ist ungebrochen. Die langfristige, kontinuierliche Steigerung der Immobilienpreise in den letzten 10 Jahren schafft Vertrauen zum Eigentum. Dadurch ist auch der Weg vom Sparbuch zum Grundbuch erklärlich. Eigentumswohnungen werden gerne als seriöse Wertanlage und Pensionsvorsorge erworben. Dies besonders deshalb, weil auf lange Sicht gesehen die staaliche Pensionsvorsorge nicht mehr finan-zierbar sein wird.

Österreichweit sanken die Preise für Eigentumswohnungen geringfügig um 0,6%. Steller: "Käufer sind jetzt die Gewinner, weil sie vom kurzfristigen Preisrückgang profitieren können. Noch nie waren die Finanzierungsmög-lichkeiten so günstig wie jetzt. Jetzt können auch breitere Käuferschichten ihren Traum vom Eigentum verwirklichen".

Die Büromieten gingen in Wien durchschnittlich um 2,6% zurück, in Kla-genfurt um 6,1%, in Innsbruck um 7,3% und in Bregenz sogar um 9%. Österreichweit betrug der Rückgang 2,6%. Die Höchstpreise ("von-bis-Prei-se") für vergleichbare Objekte in sehr guter Lage gingen zurück, was auf ei-ne höhere Transparenz des Büromarktes zurückzuführen ist. Der Trend geht eindeutig zu infrastrukturell optimal ausgestatteten Büros (Parkplätze, indi-viduelle Raumaufteilungsmöglichkeit, technische Ausstattung etc.).

Froh müssen Vermieter mittlerweile über jeden regelmäßig zahlenden Ge-schäftslokalmieter sein, denn österreichweit sind die Geschäftslokalmieten gegenüber 1996 um 10%, gegenüber 1995 sogar um 19% zurückgegangen. Eine Ausnahme bildet lediglich Salzburg mit einer Steigerung von 6%, in sehr guten Lagen sogar um 9%.

Während die Preise für Reihenhäuser österreichweit im Durchschnitt nahe-zu gleichgeblieben sind, ist in Wien eine Steigerung um 1,8%, in Graz um 4,8% und in Linz um 5,7% festzustellen. In Salzburg, Klagenfurt und Bre-genz sind die Preise hingegen etwas zurückgegangen. Ähnlich verhält es sich bei den Grundstückspreisen, die österreichweit stabil geblieben sind. Regional sind jedoch deutliche Unterschiede zu verzeichen (Bregenz -8%; Linz +7,5%).

Bei den Eigenheimen können überzogene Preisvorstellungen mancher Ver-käufer am Markt nicht mehr durchgesetzt werden. Österreichweit ist ein Rückgang der Preise um 4,2% festzustellen.

Der Immobilienpreisspiegel basiert auf Erhebungen von Bundesinnung und Bundes-Wifi in Wien und in den Landeshauptstädten. Er ist seit seinem erstmaligen Erscheinen im Jahr 1989 zu einer häufig von Sachverständigen, Gerichten und Behörden benützten Informationsquelle über den österreichi-schen Immobilienmarkt geworden, die auch international zitiert wird. Der Immobilienspiegel gibt keine definitiven Verkaufspreise an, sondern die nach Lage- und Ausstattungskategorie errechneten durchschnittlichen Ma-xima- und Minimapreise für Büros, Geschäftslokale, Eigentumswohnungen, Eigenheime, Reihenhäuser, Baugründe und Wohnungen.

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Dr. Carl Knittl
Tel: 522 25 92BI der Immobilien- und Vermögenstreuhänder

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