Österreichs hohe Lohnnebenkosten hemmen US-Investoren

US Handelskammer und WKÖ präsentierten neueste Studie: "Wirtschaftsstandort Österreich aus amerikanischer Sicht"

Wien (PWK) - Eine eben durchgeführte Umfrage über die Einschätzung des Standorts Österreich durch hier ansässige amerikanische Unternehmen zeigt auf, daß die sehr positiven geographischen, politischen und sozialen Standortvoraussetzungen nach wie vor durch zu hohe Kosten, überbordende Bürokratie und unflexible Arbeitszeitbestimmungen getrübt werden. "Die Umfrageergebnisse bestätigen die bisher vertretenen Kritikpunkte und Forderungen der österreichischen Wirtschaft", erklärte Egon Winkler, Direktor für Außenwirtschaft und Integration in der Wirtschaftskammer Österreich. "Vor allem die überhöhten Arbeits-, Strom- und Telekommunikationskosten sowie die Genehmigung von Betriebsanlagen bereiten den amerikanischen Investoren in Österreich Probleme". ****

Gerade in Zeiten der Verschärfung des Standortwettbewerbes durch Mobilität des Kapitals, Ostöffnung und Globalisierung müßten solche Kritikpunkte sehr ernst genommen und Lösungsvorschläge überlegt werden. Eine Standortverbesserung sei auch wesentlich für das Greifen der Exportoffensive notwendig, betonte Winkler.

Die Verfasser der Studie - Amerikanische Handelskammer, Amerikanische Botschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und Austrian Business Agency - arbeiteten aufgrund der Ergebnisse auch einen entsprechenden Forderungskatalog aus. Als erster Punkt wird darin die Senkung der Lohnnebenkosten angeführt. "Die Gesamtarbeitskosten in der Industrie betrugen im Durchschnitt 263,48 Schilling pro Stunde, womit Österreich in der EU-Rangliste nach Deutschland (322,92 Schilling) und Belgien (268,41 Schilling) Rang drei einnimmt", erklärte Kurt Jethan, Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Wien. "Der Anteil der österreichischen Lohnnebenkosten an den Gesamtarbeitskosten erreichte sogar den EU-Spitzenwert von 50,57 Prozent".

Weiters wird die "Herstellung der internationalen Konkurrenzfähigkeit bei Strom- und Telekommunikationskosten" gefordert. Die Gebühren für Inlandstelefonate liegen weit über dem EU-Durchschnitt, so Jethan. Durchforstung und Vereinfachung der Gesetze sowie die Verkürzung der Dauer und die Vereinfachung der Verfahren zur Erlangung von Betriebsanlagengenehmigungen wird in dem Forderungskatalog ebenfalls angeregt. "Die Erteilung der Beschäftigungs- und Aufenthaltsgenehmigungen für Führungskräfte und deren Angehörige müssen darüber hinaus endlich etwas flexibler gestaltet werden", riet Egon Winkler.

Bei aller Kritik der amerikanischen Unternehmen in Österreich, die der drittgrößte ausländische Arbeitgeber sind, zeigte die Studie aber auch Faktoren auf, die von den Firmen als sehr positiv registriert wurden; so beispielsweise die günstige geographische Lage speziell im Hinblick auf die Reformländer, die hochentwickelte Infrastruktur, die politische Stabilität und der soziale Friede. 77 Prozent der antwortenden Unternehmen hoben auch die ausgezeichnete Qualifikation der Arbeitskräfte und deren hohe Einsatzbereitschaft besonders hervor.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Nordamerika-Referat
Tel. 50105 DW 4204

Dr. Peter Rejtö

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK