- 20.03.1997, 11:13:37
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Österreichs hohe Lohnnebenkosten hemmen US-Investoren
US Handelskammer und WKÖ präsentierten neueste Studie: "Wirtschaftsstandort Österreich aus amerikanischer Sicht"
Wien (PWK) - Eine eben durchgeführte Umfrage über die Einschätzung
des Standorts Österreich durch hier ansässige amerikanische
Unternehmen zeigt auf, daß die sehr positiven geographischen,
politischen und sozialen Standortvoraussetzungen nach wie vor durch
zu hohe Kosten, überbordende Bürokratie und unflexible
Arbeitszeitbestimmungen getrübt werden. "Die Umfrageergebnisse
bestätigen die bisher vertretenen Kritikpunkte und Forderungen der
österreichischen Wirtschaft", erklärte Egon Winkler, Direktor für
Außenwirtschaft und Integration in der Wirtschaftskammer Österreich.
"Vor allem die überhöhten Arbeits-, Strom- und
Telekommunikationskosten sowie die Genehmigung von Betriebsanlagen
bereiten den amerikanischen Investoren in Österreich Probleme". ****
Gerade in Zeiten der Verschärfung des Standortwettbewerbes durch
Mobilität des Kapitals, Ostöffnung und Globalisierung müßten solche
Kritikpunkte sehr ernst genommen und Lösungsvorschläge überlegt
werden. Eine Standortverbesserung sei auch wesentlich für das Greifen
der Exportoffensive notwendig, betonte Winkler.
Die Verfasser der Studie - Amerikanische Handelskammer,
Amerikanische Botschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wiener
Wirtschaftsförderungsfonds und Austrian Business Agency - arbeiteten
aufgrund der Ergebnisse auch einen entsprechenden Forderungskatalog
aus. Als erster Punkt wird darin die Senkung der Lohnnebenkosten
angeführt. "Die Gesamtarbeitskosten in der Industrie betrugen im
Durchschnitt 263,48 Schilling pro Stunde, womit Österreich in der EU-
Rangliste nach Deutschland (322,92 Schilling) und Belgien (268,41
Schilling) Rang drei einnimmt", erklärte Kurt Jethan, Präsident der
Amerikanischen Handelskammer in Wien. "Der Anteil der
österreichischen Lohnnebenkosten an den Gesamtarbeitskosten erreichte
sogar den EU-Spitzenwert von 50,57 Prozent".
Weiters wird die "Herstellung der internationalen
Konkurrenzfähigkeit bei Strom- und Telekommunikationskosten"
gefordert. Die Gebühren für Inlandstelefonate liegen weit über dem
EU-Durchschnitt, so Jethan. Durchforstung und Vereinfachung der
Gesetze sowie die Verkürzung der Dauer und die Vereinfachung der
Verfahren zur Erlangung von Betriebsanlagengenehmigungen wird in dem
Forderungskatalog ebenfalls angeregt. "Die Erteilung der
Beschäftigungs- und Aufenthaltsgenehmigungen für Führungskräfte und
deren Angehörige müssen darüber hinaus endlich etwas flexibler
gestaltet werden", riet Egon Winkler.
Bei aller Kritik der amerikanischen Unternehmen in Österreich, die
der drittgrößte ausländische Arbeitgeber sind, zeigte die Studie aber
auch Faktoren auf, die von den Firmen als sehr positiv registriert
wurden; so beispielsweise die günstige geographische Lage speziell im
Hinblick auf die Reformländer, die hochentwickelte Infrastruktur, die
politische Stabilität und der soziale Friede. 77 Prozent der
antwortenden Unternehmen hoben auch die ausgezeichnete Qualifikation
der Arbeitskräfte und deren hohe Einsatzbereitschaft besonders
hervor.
Durch das Aufzeigen der Vor- und Nachteile des Wirtschaftstandorts
Österreich wollen die an dieser Studie beteiligten Institutionen zu
einer Verbesserung der Rahmenbedingungen beitragen. Neuinvestitionen
und Unternehmensgründungen leisten schließlich einen erheblichen
Beitrag zur Erhöhung des Bruttosozialprodukts und zur Schaffung bzw.
Sicherung von Arbeitsplätzen.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Peter Rejtö
Wirtschaftskammer Österreich
Nordamerika-Referat
Tel. 50105 DW 4204
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