Mit dem WWF zum Wasser surfen

Wien (OTS) - Vier Fünftel der Österreicher wollen - einer Fessel-Gfk Umfrage zufolge - regelmäßig über die Inhaltsstoffe ihres Trinkwassers informiert werden. Doch bis jetzt haben weder Gesetzgeber noch die meisten Wasserwerke auf diese Wünsche reagiert. Richtungsweisend zeigte sich heute der World Wide Fund For Nature (WWF): Die Umweltschutzorganisation präsentierte die erste österreichweite Wasserdatenbank im Internet auf der Stiegl-Homepage unter http://www.stiegl.co.at.

Bereits im Vorjahr initiierte der WWF den größten Trinkwassertest, der jemals in Österreich durchgeführt wurde. Heuer gingen die Umweltschützer noch einen Schritt weiter: Mit Unterstützung der Stieglbrauerei zu Salzburg gestalteten sie gemeinsam mit dem Zentrum für Geoinformationswesen der Universität für Bodenkultur eine Wasserdatenbank im Internet. Dort findet man nicht nur die - teilweise erschreckenden - Ergebnisse des WWF-Nitrattests, sondern auch Informationen über weitere Inhaltsstoffe des Trinkwassers und die derzeit gültigen Grenzwerte.

Wasserwerke halten sich zurück

Nur fünf öffentliche Wasserversorger (Salzburger Stadtwerke AG, Leibnitzerfeld Wasserversorgungs Ges.m.b.H, SBL - Stadtbetriebe Linz GmbH, Klagenfurt - Stadtwerk Wasserwerk, Grazer Stadtwerke) erklärten sich bereit, die Ergebnisse ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Messungen zur Verfügung zu stellen. "Trotz mehrfacher Einladung und obwohl sie das keinen Schilling gekostet hätte. Wer nichts zu verbergen hat, der kann seine Daten auch offenlegen", meint Mag. Simone Lughofer, Wasserexpertin des WWF.

Sogar der Dachverband der Wasserversorger, die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), sprach sich in einem Rundschreiben gegen eine Beteiligung an der WWF-Datenbank aus. Die ÖVGW kann darin "keine Verbesserung des Kundenservices" ersehen. Wenn die Mitglieder jedoch die Veröffentlichung im Internet wünschten, sollte sie von der ÖVGW selbst vorgenommen werden - was sich dann aber teuer zu Buche schlagen würde.

Handlungsbedarf für Ministerin Prammer

Dabei ist punkto Information wirklich Handlungsbedarf gegeben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Fessel-GfK Instituts im Auftrag des WWF.: 39 Prozent der Befragten, deren Haushalt an einen öffentlichen Wasserversorger angeschlossen ist, geben an, gar nicht über die Inhaltsstoffe ihres Trinkwassers Bescheid zu wissen. 38 Prozent geben an, nur unzureichend Bescheid zu wissen. Gerade noch 23 Prozent geben an, genau Bescheid zu wissen.

Die Umfrage ergab weiters, daß 80 Prozent der Österreicher von ihrem Wasserwerk regelmäßig über die Ergebnisse der Trinkwasserüberprüfungen informiert werden wollen. "Jetzt ist Barbara Prammer als verantwortliche Ministerin aufgerufen, die Wasserwerke zu aktiver Information zu verpflichten. Und damit den Wünschen der Staatsbürger Genüge zu tun", so WWF-Jurist Dr. Bernhard Drumel.

Der WWF fordert, daß die Wasserversorger die jeweils aktuellen Ergebnisse ihrer Untersuchungen auf der Rückseite der Wasserrechnung veröffentlichen. Wenn dies nicht möglich ist (wie z. B. in Wien) sollen sie leicht zugänglich und frei einsehbar im Haus ("schwarzes Brett") ausgehängt werden.

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Markus Grieshofer
Tel. 01/4891641-0

WWF Österreich, Mag. Simone Lughofer,

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