Österreichs chemische Industrie weiterhin in der "Elite-Klasse"

Fachverband ortet Nachteile im Kostenwettbewerb Maßnahmen gegen 'Umweltdumping' gefordert

Wien (PWK) - In der chemischen Industrie ist Europa mit einem Produktionsanteil von 38 Prozent nach wie vor unangefochtene Nummer Eins am Weltmarkt. "Österreich spielt dabei in vielen Bereichen eine führende Rolle im Qualitätswettbewerb", erklärte Dipl.-Ing. Josef Frick, Vorsteher des Fachverbandes der Chemischen Industrie im Rahmen eines Medien-Round-Tables in Wien. Frick wandte sich in diesem Zusammenhang auch gegen das "Umweltdumping", Billigimporte aus Ländern mit geringen Umweltauflagen. Es müsse alles daran gesetzt werden, daß es innerhalb der EU zu einer Harmonisierung der Gesetze kommt, wie dies auch im Beitrittsvertrag festgeschrieben ist. ****

Derzeit erzielen Österreichs chemische Industriebetriebe einen Produktionswert von rund 93 Milliarden Schilling, dies entspricht 11,5 Prozent der gesamten Industrie. Die Exportquote beträgt 70 Prozent, die Importe liegen rund 30 Prozent über den Exporten. Knapp 57 Prozent der heimischen Chemieproduktion entstehen in den Bundesländern Niederösterreich und Oberösterreich.

Von den Mega-Trends des Marktes blieb auch Österreichs chemische Industrie in den letzten Jahren nicht unbeeinflußt. Die Schaffung des EU-Binnenmarktes und die marktwirtschaftliche Öffnung Osteuropas gingen dabei Hand in Hand mit dem Aufschwung des asiatisch-pazifischen Raumes. Dieses Szenario führte zu Fusionen, Konzentrationen und Produktionsverlagerungen und somit zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahl in Österreich auf derzeit ca. 45.000 Personen, immerhin noch rund 10 Prozent aller Industriearbeitsplätze.

Forschung und Entwicklung auf der einen, zukunftsgerechte Ausbildung auf der anderen Seite, empfahl Univ. Prof. Dr. Werner Clement, der Leiter des Industriewissenschaftlichen Institutes in seinem Round-Table-Beitrag. Österreich könne den Vorzug des dualen Systems in der Lehrlingsausbildung für sich geltend machen, parallel dazu sei eine "Nischenstrategie mit Kostenführerschaft" anzustreben.

Bezüglich Arbeits-, Umwelt- und Energiekosten trage die europäische Chemie enorme Wettbewerbsnachteile, wurde seitens des Fachverbandes ergänzt. "Europaweit gelangen seit 1990 Energieeinsparungen von 10 Prozent. Trotzdem zahlen wir in Österreich für elektrischen Strom um 20 bis 30 Prozent mehr, ohne die zusätzliche Belastung durch die Energiesteuer zu berücksichtigen", bemerkte Fachverbandsvorsteher Frick.

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