Hunde als Gladiatoren

Wien (OTS) - Was bisher vor allem in Österreichs östlichen Nachbarstaaten blutig vonstatten ging, kommt nun auch hierzulande in Mode: das blutige Spektakel der Hundekämpfe. Das Wettgeschäft rund um die tierischen Gladiatoren bringt Millionenbeträge ein. Die Szene ist gut organisiert und agiert aus dem Untergrund. Recherchen können mitunter Lebensgefahr mit sich ziehen, Das Tierhilfswerk Austria fordert eine strengere Gesetzgebung.

In Polen, der Slowakei oder Tschechien etablierte sich nach dem Fall des Kommunismus eine eigene Branche, die aus der Ausbeutung von Hunden ihre Profite zieht. Rassehunde müssen in "Zuchtfabriken" als Gebärmaschinen herhalten. Die Welpen werden von ihren ausgemergelten Müttern viel zu früh getrennt und zu Spottpreisen in den Westen verschleudert. Dies ist aber nur ein Aspekt des Mordsgeschäftes mit Hunden. Sogenannte "Kampfhund"-Rassen werden extra für blutige Schaukämpfe herangezüchtet.

Vor allem Pitbulls, Bullterrier oder Rottweiler werden von klein auf zum Töten konditioniert. Welpen, die sich als zu wenig "scharf" erweisen, fallen als "untauglich" der Giftspritze zum Opfer. Die überlebenden Hunde entwickeln sich zu wahren Kampfmaschinen. Ein "Champion", sprich ein Hund, der über Monate siegreich die Arena verläßt, ist eine Millionenanlage. Schon ein "Champion-Welpe" bringt rund 20.000 Schilling. In Tschechien finden nicht nur Kämpfe Hund gegen Hund, sondern auch Hund gegen Wildschwein statt. In Spanien können Pitbulls ihrem Namen voll gerecht werden, indem sie auf Stiere gehetzt werden.

In Österreich gilt Tribuswinkel als offizielles Mekka der Kampfhundszene. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Im Untergrund boomt das Geschäft mit Hundegladiatoren. Wer der Sache allzu sehr auf den Grund gehen möchte, steht nicht selten unter Lebensgefahr. Das Business ist fest in der Hand der Halbweltszene. Mag. Alexander Willer, Tierhilfswerk Austria: "Momentan kann wenig gegen die Hundemafia unternommen werden, da ein ausreichend strenger gesetzlicher Rahmen fehlt. Nach deutschem Vorbild muß vor allem eine polizeiliche Einsatzgruppe geschaffen werden, die aktiv gegen die Hundequäler einschreiten darf. Deutschland sieht zudem Haftstrafen bis zu zwei Jahren vor. Ein Blick über die Grenze würde sich diesbezüglich lohnen."

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Tierhilfswerk Austria
Mag. Alexander Willer
Tel.: 02243/229 64

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