Japans Mordsgeschäft mit Walen

Erneut fünf wildlebende Orcas gefangen

Wien (OTS) - Vor wenigen Wochen gingen im japanischen Küstenort Taiji fünf Schwertwale (Orcas) in die Falle. Nun werden drei der Tiere in den Abenteuerpark von Shirahana überstellt, wo sie ihr Dasein forthin im Delphinarium fristen. Das Los der beiden anderen Orcas bleibt vorerst ungewiß. Japan hat durch diese Fänge klar seine Prioritäten dargelegt: Business vor Tierschutz. Das Tierhilfswerk Austria fordert zum Protest bei der Vertretung Japans in Österreich auf.

In Taiji hegen Fischer die blutige Tradition der "drive fishery". Dabei werden mittels Motorbooten Wal- oder Delphinfamilien in Meeresbuchten zusammengetrieben und eingefangen. Die gewaltsam aus ihrem natürlichen Lebensraum entrissenen Meeressäuger sterben nicht selten an Streßwirkungen oder Fangverletzungen. Für die durch die großen Fischereiflotten in ihrer Existenz bedrohten japanischen Küstenfischer bietet der Fang von Orcas ein willkommenes finanzielles Zubrot. Delphinarienbetreiber zahlen für den Publikumsmagneten Orca astronomische Summen.

Der Grund dafür liegt in der Tatsache, daß die Nachzucht von Orcas in Gefangenschaft nur sehr selten von Erfolg gekrönt ist; die Walkälber sterben meist in den ersten Monaten. Daher herrscht eine ständige Nachfrage nach neuen Orcas. Viele dieser Wildfänge - vor allem erwachsene Weibchen - gelangen über eine Zuchtleihe (breeding loan) in die USA. So hat auch Sea World USA, die größte amerikanische Delphinarienkette, ihr Interesse an einem in Taiji gefangenen Weibchen angemeldet.

Dazu Christian Janatsch, Tierhilfswerk Austria: "Blutrot ist nicht nur die Sonne in Japans Flagge. Das Land scheint den Walen förmlich den Krieg erklärt zu haben. Japan ignoriert nicht nur seit Jahren die Regelungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) und schlachtet Minkwale, sondern ist auch einer der Hauptakteure im weltweiten Schacher mit Orcas. Wir fordern daher zum massiven Protest bei der japanischen Botschaft auf."

(Adresse: S.E. Takashima, Japanische Botschaft, Argentinierstraße 21, 1040 Wien).

Weitere Informationen: Tierhilfswerk Austria
Christian Janatsch
Mag. Alexander Willer
Tel.: 02243/22964

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