Gewerbeverein: Minister Einem treibt Jugendliche fahrlässig ins Studium

Wien (OTS) - Wenig Verständnis bringt der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins - Prof. Friedl Berlakowits - für die Haltung Minister Einem's auf, Jugendlichen ein Studium schmackhaft machen zu wollen.

Einem macht sich damit gegenüber jenen künftigen Uni-Absolventen schuldig, die jetzt - auf seinen Zuspruch hin - zu studieren beginnen und in einigen Jahren die Akademikerarbeitslosenzahl erhöhen.

Darüberhinaus ist erwiesen, daß die Volkswirtschaft eines Landes fast überhaupt nicht mit seiner Akademikerquote korreliert, und schon gar nicht mit seiner Akademikerarbeitslosenrate. Man sollte sich viel mehr auf die Facharbeiter und Ingenieure konzentrieren.

Für eine Bilderbuchkarriere, wie sie Minister Einem hinter sich hat, wird man schon ein bißchen mehr als nur Qualifikation und Glück brauchen. Wer, wie der Minister zugibt - lustlos das Studium der Rechtswissenschaften betrieb, dann über die Bewährungshilfe, das Boltzmann-Institut für Kriminalsoziologie und die Wiener Arbeiterkammer plötzlich in einem Direktorensessel der verstaatlichten OMV landet, kann sich eben nicht vorstellen, daß es heute noch Akademiker gibt, die beinhart an ihrer Karriere arbeiten müssen. Und diese Arbeit - der Verdrängungswettbewerb der Akademiker unterinander - wird bei stärkerem Akademikerangebot nach solch ministeriellen Zuspruch noch härter.

Manchmal sollte man - ehe man Fachminister wird - auch die harte Tour hinter sich haben; nur fromme Sprüche klopfen hilft derzeit niemanden.

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