Affäre Prammer: Mußmapliches Belästigungsopfer weigert sich mit Wolfgang Prammer zusammenzuarbeiten. (Vorausmeldung zu NEWS Nr.1/13.3.1997)

Wolfgang Prammer, Ehemann der Frauenminsterin, nun ebenfalls im Krankenstand

Wien (OTS) - Sabine Reisinger, die gegen den Ehemann von Frauenministerin Barbara Prammer schwere Vorwürfe erhebt, meldet sich in der heute erscheinenden Ausgabe von NEWS erstmals mit einem ausführlichen Interview zu Wort. Bekanntlich soll sie Wolfgang Prammer an ihrem gemeinsamen Arbeitsplatz, der AK Linz, sexuell belästigt haben. Reisinger schließt aus, in Zukunft mit Wolfgang Prammer zusammenzuarbeiten: "Es ist ganz einfach eine ungute Situation. Ich weiß genau, daß er immer sagen würde, ich lüge, und dann würde es jedesmal zu einer Streiterei kommen. Schon alleine, weil er lügt, will ich nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten."

Reisinger wird morgen in der ORF-Talkshow "Vera" auftreten. Obwohl sie wegen Depressionen seit mehreren Wochen im Krankenstand ist, befürchtet sie deshalb keine schräge Optik. "Ich war extra beim Neurologen, um ihn zu fragen, ob ich nach Wien zur "Vera" fahren soll. Daraufhin hat er gemeint, ich solle genau das tun, was mir persönlich wichtig erscheint. Und es ist mir sehr wichtig, die Vorwürfe des Herrn Prammer zu entgegnen. Ich kann nicht ewig in meiner Wohnung sitzenbleiben und mir anhören, was der Herr Prammer zu sagen hat." Reisinger will auch zwei Kolleginnen als Zeugen für das, was ihr angetan wurde, benennen können. "Es gibt zwei Kolleginnen, denen ich gesagt habe, daß ich Angst habe vor dem Prammer. Meine Zimmerkollegin ist am Montag nach dem Vorfall in der Früh extra gleichzeitig mit mir ins Büro gekommen, weil ich Angst hatte, daß wieder der Herr Prammer in meinem Zimmer steht."

Zu einer Gegenüberstellung der beiden dürfte es in absehbarer Zeit nicht kommen, denn nun ist auch Wolfgang Prammer im Krankenstand. Prammer im NEWS-Interview: "Ich war am Montag dieser Woche bei meinem Neurologen. Der hat mir geraten, den Dienstag freizunehmen und mich ein wenig ruhigzustellen." Im Falle eines negativen Ausgangs eines Disziplinarverfahrens kündigt Wolfgang Prammer an, sich auch aus allen politischen Ämtern zurückzuziehen.

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