Greenpeace und ARGE Bio-Landbau: Stop Gen-Patente!

US-Farmer: Gen-Patente bedeuten neue ,Knechtschaft" für Bauern

Wien (OTS) - Bill Christison, US-Farmer und Vizepräsident der US-Kleinbauernvereinigung NFFC, übte heute in Wien scharfe Kritik an der massiven Abhängigkeit von Saatgut- und Chemiekonzernen, in die US-Farmer durch den Einsatz der Gentechnik geraten. Der US-Farmer, derzeit auf Einladung von Greenpeace in Europa, spricht von Leibeigenschafts-ähnlichen Zuständen. Der von ihm präsentierte Originalvertrag zwischen Monsanto und den Sojabaürn belegt: Die Farmer müssen auf Jahre hinweg die patentgeschützten Gentech-Sorten anbaen, hohe Lizenzgebühren an die Chemie-Multis zahlen, regelmässige Inspektionen ihrer Farmen zulassen und die Pestizide bestimmter Chemiefirmen in genau vorgeschriebener Menge spritzen. Das Zurückhalten eines Teils der Ernte als Saatgut, sowie der Handel damit ist ihnen untersagt. Bei Verstoessen drohen Strafen in der Hoehe eines mehrfachen Jahreseinkommens.

Um eine solche ,Leibeigenschaft" der Bauern in Europa zu verhindern, appelliert Greenpeace gemeinsam mit der ,ARGE Bio-Landbau" an die Bundesregierung, die Patentierung von Leben in der EU mit aller Kraft zu verhindern.

Der Soja-Farmer Bill Christison, 60, stammt aus Chillicothe im US-Bundesstaat Missouri. Er ist Vizepräsident der US-Vereinigung der bäuerlichen Familienbetriebe (,National Family Farm Coalition" = NFFC) und engagierter Gentech-Kritiker. ,Ich glaube nicht, dass die Saatgut- und Chemie-Firmen die besten Absichten haben," meint Christison. ,Mit den Patent-Verträgen kassieren die Chemie-Firmen gleich mehrfach ab und bringen uns Bauern in eine totale Abhängigkeit. Ich warne Österreichs Bauern eindringlich vor den Patenten auf Gentech-Pflanzen: Abhängigkeiten wie in den USA wären die unweigerliche Folge!"

Labor-Pflanzen wie die Gentech-Soja des US-Chemieriesen Monsanto werden als ,Erfindung" patentiert und damit für die eigenen Geschäftszwecke geschützt. Die Gentech-Bohnen sind gegen das Monsanto-Pflanzengift ,Roundup" resistent. Monsanto kassiert damit gleich mehrfach: Durch den Verkauf von Soja-Saatgut, durch die Lizenzgebühren für die Genpatente und durch den Verkauf von ,Roundup".

,Wir Biobauern wollen unabhängig bleiben und uns die Gentechnik nicht aufzwingen lassen," erklärte Alfons Piatti, Obmann der ARGE Bio-Landbau. ,Durch Gen-Patente und Nachbau-Lizenzen gerät die Eigenständigkeit der österreichischen Bauernschaft in Gefahr. Zudem stellt die Verfrachtung von Gentech-Pflanzen eine ernste Bedrohung auch für Gentech-freie Bauern dar. Die überlebensfähigkeit der Biobauern könnte damit in Frage gestellt sein."

"Wenn es nicht gelingt, die EU-Patentrichtlinie zu verhindern, drohen auch in Österreich Zustände wie in den USA," warnt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Pekny. ,Leben ist keine Erfindung und darf nicht zur Geschäftemacherei patentiert werden. Wir fordern Wirtschaftsminister Farnleitner auf, alles daran zu setzen, um die EU-Patentrichtlinie zu verhindern!"

Rückfragen & Kontakt:

Der Originalvertrag ist (in deutscher übersetzung) bei Greenpeace
erhältlich)please reply to:Florian Faber Greenpeace Austria, Media Dep't. 1030 Vienna,
Aünbruggergasse 2 Tel: ++43-1-7130031-26 Fax: ++43-1-7130030 E-Mail:
Florian.Faber@at.greenpeace.orgWolfgang Pekny, Florian Faber, Greenpeace
Österreich, Tel: 01-7130031-0 oder 0663-087570
Alfons Piatti, Lothar Greger, ARGE Bio-Landbau,
Tel: 01-4037049-23

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