Heute gefunden: der dritte vergiftete Seeadler dieses Jahres

Furadan-Köder fordert neues Opfer

Wien (OTS) - Heute ist im Marchfeld von Mitarbeitern der WWF-Greifvogelstation Haringsee ein vergifteter Seeadler gefunden worden. Das Tier ist bereits seit etwa 2 Wochen tot. Es wurde mit einem von Unbekannten ausglegten Hasenköder, der mit Furadan-Granulat präpariert war, getötet. Es ist damit der dritte vergiftete Seeadler in diesem Jahr. Alle wurden im Marchfeld gefunden. Einer der drei konnte im Februar von der Veterinärmedizinischen Universität und der WWF-Greifvogelstation gerettet werden. Dieser neuerliche Todesfall verlangt nach raschen Maßnahmen. WWF-Artenschutzexperte Dr. Gerald Dick: "BM Molterer nuß nun endlich dieses gefährliche Gift verbieten! Wieviele Seeadler müssen ncoh sterben, bevor gehandelt wird?" Letzte Woche (5.3.97) langte ein Offener Brief beim Landwirtschaftsminister mit der Forderung nach einem Verbot dieses Insektizids ein. Eine Antwort steht noch aus.

Das Gift

Furadan ist in Österreich ohne Giftschein frei erhältlich. Als flächig aufgebrachtes Insektizid wird es in der Landwirtschaft eingesetzt und hat aufgrund seiner todbringenden Wirkung für die Bodenlebewesen und in der Folge für zahlreiche Vorgelarten den Namen "Frühlingsgift" erhalten.

Der WWF verlangt, den Einsatz von Furadan in der Landwirtschaft zu beenden. Nur ein Verbot dieses "Frühlingsgiftes" kann auch die alarmierende Zahl der Mißbräuche mit ausgelegten Giftködern verhindern und damit den seltenen und streng geschützten Seeadler und andere Wildarten vor dem Tod schützen.

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