UNESCO Preis für Jugendliteratur

"Neun Leben. Eine Kindheit in Schanghai" von Chen Danyan, erschienen im Verlag St. Gabriel, Mödling/Wien in Co-Produktion mit dem Verlag Nagel & Kimche, Zürich/Frauenfeld, wird als bestes Jugendbuch mit dem "UNESCO Preis 1997 für Kinder- und Jugendliteratur im Dienst der Toleranz" ausgezeichnet. Der Preis als bestes Kinderbuch ging an "Something Else" von Kathryn Cave.

Wien (OTS) - 600 Bücher aus 72 Ländern waren für den renommierten Preis eingereicht worden. Aus ihnen wählte eine internationale Jury unter dem Vorsitz von Suzanne Mubarak zwei Titel aus. Der mit 8.000 US§ dotierte Preis für das beste Jugendbuch ging an die deutsche Übersetzung eines in chinesischer Sprache geschriebenen Buches, an "Neun Leben. Eine Kindheit in Schanghai" von Chen Danyan. Der Preis wird am 12. April 1997 anlässlich der internationalen Buchmesse in Bologna verliehen.

"Neun Leben" erzählt von einer Kindheit im Schanghai der Kulturrevolution. Sansan ist 7, als die Lehrerin zusammen mit den Lesebüchern eine Flasche Kleister verteilt. Die Schüler sollen als erstes die Seiten mit den "giftigen Texten" zusammenkleben. Die Kulturrevolution hat begonnen, und sie dringt bis in die Wohnungen und Familien, verändert die Menschen, denen Sansan vertraut hat, macht sie unaufrichtig und furchtsam. Und sie verändert Sansan. Voller Scham denkt sie an den Tag, an dem sie ihren besten Freund verrät... "Neun Leben" ist eine beeindruckende Geschichte vom Leben in der Diktatur - eine Geschichte, wie sie ähnlich in anderen Ländern geschehen ist und täglich noch geschieht.

Das Buch, das vom Kinderbuchfonds Baobab herausgegeben wurde, wurde 1996 bereits mit dem Österreichischen Kinderbuchpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Chen Danyan wurde 1958 in Peking geboren und kam als Kind nach Schanghai, wo sie heute noch lebt. Sie studierte chinesische Literatur und erwarb den Bachelor of Arts (BA). Nach dem Studium war sie zunächst als Redakteurin bei einer Kinderzeitschrift tätig, arbeitet für Rundfunk und Fernsehen, schrieb in China vielfach ausgezeichnete Geschichten, Erzählungen und Romane für Jugendliche und Erwachsene, übersetzte aus dem Amerikanischen ins Chinesische. 1992 kam Chen Danyan als Stipendiatin der Internationalen Jugendbibliothek München für drei Monate nach Deutschland. Im Jahr danach reiste sie durch verschiedene west- und osteuropäische Staaten. 1995 folgte ein Aufenthalt in den USA, 1996 eine Einladung in die Schweiz.

Bibliographie: "Neun Leben. Eine Kindheit in Schanghai. Aus dem Chinesischen von Barbara Wang, Verlag St. Gabriel, Mödling/Wien 1995, ISBN 3-85264-482-8. Das Buch erschien in der Baobab-Reihe, in der Kinderliteratur aus Afrika, Asien und Lateinamerika veröffentlicht wird. Die Baobab-Reihe wird in Co-Produktion mit dem Verlag Nagel & Kimche, Frauenfeld/Zürich publiziert.

Rückfragen & Kontakt:

Verlag St. Gabriel
Elisabeth Birklhuber
Tel.: 02236/86 04 33

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS