Hypertonie und Diabetes - Teil 2

"Die Wahl der Waffen" gegen die Hypertonie

Wien (OTS) - Bei der Hypertonie ist die richtige "Wahl der
Waffen" entscheidend. Denn vielfältige Therapieprinzipien machen die Angelegenheit nicht unbedingt einfacher. Die Hypertonie mit
den gefürchteten Komplikationen Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschäden ist ein sehr gutes Beispiel dafür. "Es kommt auf die individuelle Therapie an", erklärte der Wiener Spezialist Univ. Prof. Dr. Dieter Magometschnigg.

"Früher hat man die Entscheidung bei der Auswahl der
Medikamente zur Behandlung der Hypertonie eher nach allgemeinen Kriterien getroffen. Es gab Arzneimittel der ersten, zweiten oder dritten Wahl", sagte Magometschnigg.

Gerade in der Therapie des Bluthochdrucks gibt es aber mittlerweile eine Vielzahl von Arzneimitteln. Betablocker, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer, Diuretika, Kombinationspräparate und - in jüngster Zeit auch noch die sogenannten A2-Rezeptoren-Blocker - können das Bild unübersichtlich machen.

Doch der wichtigste Faktor ist der individuelle Patient. Magometschnigg: "Im Hintergrund der Hypertonie können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden, Diabetes und vieles andere stehen. Bei Schwangeren ist speziell vorzugehen, gleiches gilt für Patienten mit einer Herzschwäche."

Doch die Ärzte müssen sich in diesem Netzwerk - es gibt ja auch noch Wechselwirkungen, Kontraindikationen und womöglich sogar Warnhinweise - zurechtfinden - und gleichzeitig die optimale Therapiestrategie auswählen.

EDV-Programm

Deshalb haben die österreichische Arbeitsgemeinschaft für klinische Pharmakologie und die Hochdruckliga ein EDV-Programm erstellt, mit dem der Arzt leichter zu einer solchen individualisierten Hochdrucktherapie kommen kann. Magometschnigg:
"In dem Programm sind zum Beispiel 2.400 potentielle
Nebenwirkungen von Medikamenten zur Hochdruckbehandlung enthalten, weiters mehr als 1.000 Wechselwirkungen sowie mehr als 1.000 Warnhinweise."

Neben der genauen Auflistung aller für diesen Anwendungsbereich vorhandenen Arzneimittel finden sich aber auch 58 Diagnosen und Begleiterkrankungen, die mit einer Hypertonie einhergehen können. Rascher und effizienter "Durchblick" für alle im Zusammenhang mit der Hypertonie auftretenden Fragen ist das Ziel. Nicht generelle Kriterien, sondern die Situation des jeweiligen Patienten sollen
den Ausschlag für die "Wahl der Waffen" geben.

A2-Rezeptoren-Blocker

Wie wichtig solche Programme sind, zeigt sich auch daran, daß gerade in jüngster Zeit zur Behandlung der Hypertonie eine neue Arzneimittelklasse auf den Markt strömt. Es handelt sich dabei um die sogenannten A2-Rezeptoren-Blocker. Magometschnigg: "Sie wirken genauso gut wie die bekannten ACE-Hemmer, ihre Stärke sollen sie aber darin haben, daß sie wesentlich besser vertragen werden. Auch die Kombinierbarkeit mit anderen Therapieprinzipien ist gegeben."

Wie die ACE-Hemmer greifen die neuen Medikamente in die körpereigene Produktion von Angiotensin II ein. Dieser Stoff
spielt eine zentrale Rolle in der Blutdruckregulation. Allerdings setzen die A2-Rezeptoren-Blocker an anderer Stelle dieser Kaskade an. Ein nicht unerheblicher Teil der bisher mit ACE-Hemmern behandelten Patienten - bis zu 20 Prozent - litt zum Beispiel an Husten als Nebenwirkung. Bei den neuen Arzneimitteln gab es in den klinischen Studien in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen Placebo und Medikament. (Schluß)

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