Scharfe Greenpeace-Kritik an Bonner Klima-Verhandlungen Regierungen ließen sich von Industrie-Lobbies blockieren

Bonn (OTS) - Harte Kritik übte Greenpeace heute an den resultatslosen Klima-Verhandlungen in Bonn. Die Umweltorganisation ist überzeugt davon, daß vor allem Öl-, Gas-, Kohle-, und Autolobbies eine mögliche Einigung über die Reduktion von CO2 und anderen Treibhausgasen blockiert haben.

Für Greenpeace International-Sprecher Bill Hare zeichnet sich mit Ende der Verhandlungen sogar ein klimapolitisches Desaster ab: "Das Scheitern der Verhandlungen ist offensichtlich. Die Regierungen waren die ganze Woche ausschließlich damit beschäftigt, ihre Schriftstücke zu überarbeiten statt der dringend notwendigen CO2-Reduktion zuzustimmen."

Bereits 1988 einigten sich die Regierungen in Toronto auf eine zwanzigprozentige Treibhausgas-Reduktion bis zum Jahr 2005. Knapp ein Jahrzehnt später begnügt man sich im progressivsten Vorschlag, dem der EU, mit einer fünfzehnprozentigen Reduktion bis zum Jahr 2010.

"Die EU, die Vereinigten Staaten und Japan müssen im Juli, wenn die nächste Runde der Klimaverhandlungen stattfindet, den Vorschlag der Kleinen Inselstaaten (AOSIS) unterstützen", fordert Hare, der den Verhandlungs-Prozeß seit 1988 verfolgt. "Denn nur dieser Vorschlag sieht die ursprünglich festgelegte, zwanzigprozentige Emissions-Reduktion bis 2005 auf der Basis von 1990 vor", so Hare.

Greenpeace fordert die an den Verhandlungen beteiligten Regierungen auf, die Warnungen der Wissenschafter ernst zu nehmen und sich auf die Seite der bedrohten Menschheit und nicht auf jene einer ausschließlich profitorientierten Industrielobby zu stellen. "Hinter ihrer Rhetorik unterstützen die Regierungen die Verzögerungstaktik der Industrie", kritisiert Hare abschließend. "Doch nur, wenn die Bereitschaft zu handeln statt zu konferieren steigt, kann es im Vorfeld der Klimakonferenz in Kyoto noch zur Einigung über eine Treibhausgas-Reduktion kommen."

Weitere Informationen: Bill Hare, Greenpeace International, Mobil-Tel.: 0031-65-3433454 Holger Rönitz, Greenpeace International, Mobil-Tel.: 0031-65-3417945 Erwin Mayer, Attila Cerman; Greenpeace Österreich, Tel.: 01-7130031-58 oder 0663/9208162

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