Salzburger Hoteliers über Flughafen-Hotel-Projekt erbost

Öffentliche Hand macht Privatwirtschaft Konkurrenz

Salzburg (OTS) - Empörung herrscht in der Salzburger Hotellerie über die Absicht der Salzburger Flughafen BetriebsgesmbH, auf dem Gelände des Flughafens ein Großhotel mit 182 Betten zu errichten. "Und das in Zeiten, wo alle gewerblichen Hotelbetreiber in Salzburg auf das Heftigste um ihre Auslastung und so manche um die Existenz kämpfen", zeigt sich Helmut Mayr, Hotelier und stellvertretender Fachgruppenvorsteher der Salzburger Hotellerie, betroffen.

Einmal mehr müsse sich die öffentliche Hand die dringliche Frage stellen, ob es ihre Aufgabe ist, der gewerblichen Wirtschaft Konkurrenz zu machen. Der Vorsitzende des Stadtausschusses der Salzburger Hoteliers erinnerte daran, daß die Salzburger Flughafen BetriebsgesmbH zu 50 % dem Bund und zu je 25 % dem Land und der Stadt Salzburg gehört. "Damit steigt eine aus öffentlichen Mitteln errichtete Gesellschaft in den Wettbewerb mit Privatunternehmen ein -das ist aus Sicht der Privatwirtschaft nicht zu akzeptieren".

Aushöhlung der Raumordnungskompetenz des Landes

Doch nicht nur ein neuer Konkurrent, der mit öffentlichen Eigentümern im Hintergrund ganz anders auftreten kann, sondern eine grundsätzliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen Unternehmen im Tourismus stößt auf heftigsten Widerspruch: Von seiten der Flughafengesellschaft wird offensichtlich versucht, das Hotel ohne notwendige Raumordnungsbewilligung zu errichten. Von seiten des Projektbetreibers wird davon ausgegangen, daß zur Genehmigung eine ausschließliche Bundeskompetenz deshalb gegeben ist, da das Hotel als Objekt des Zivilluftwesens errichtet werden soll. Dies ist nach Ansicht des Raumordnungsexperten der Wirtschaftskammer Salzburg, Dkfm. Dr. Richard Schmidjell, völlig unzutreffend und stellt eine gefährliche Aushöhlung der Raumordnungskompetenz des Landes dar. Es geht nicht an, daß jedes andere Großhotel in Salzburg einer besonderen Prüfung bedürfe, ob die Struktur des Fremdenverkehrs durch das Vorhaben beeinträchtigt werde, während der Flughafen unter dem Deckmantel des Zivilluftwesens ein Großprojekt allein mit einer luftfahrtbehördlichen Errichtungsbewilligung durchziehen will. Sollte dies tatsächlich möglich sein, so würde als nächstes die österreichische Bundesbahn in allen Bahnhöfen unter Bezugnahme auf die Bundeskompetenz im Eisenbahnwesen Einkaufszentren mit unlimitierter Verkaufsfläche und unter Mißachtung der Raumordnung der Länder errichten können, stellt Helmut Mayr erbost fest.

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