Gewerbeverein: Wozu braucht Österreich soviele Sektionschefs?

Wien (OTS) - Die Anzahl der Sektionschefs stieg innerhalb des Zeitraums 1985 bis 1995 von 73 auf 84; somit um 15 Prozent. Nicht eingerechnet sind dabei die zahlreichen Sektionsleiter, die das gleiche tun, aber noch nicht die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, den begehrenswerten Titel tragen zu dürfen, stellt der Österreichische Gewerbeverein in einer Presseaussendung fest.

Wenn man dazu die Aktivitäten im privaten Sektor vergleicht (exakte Zahlen liegen nicht vor; aber daß alleine im ersten Halbjahr 1996 um 14 Prozent mehr Akademiker arbeitslos waren als im Vergleichszeitraum ein Jahr davor, ist Indiz) kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß man im öffentlich-rechtlichen Bereich sehr sorglos bei der Bestellung der Führungskräfte umgeht. Auch hier wäre schlankes Management endlich angesagt.

Diese Sorglosigkeit galt ja nicht nur den Top-Beamten: Der Großteil der seit Anfang der 90iger-Jahre geschaffenen 134.000 Arbeitsplätze entstand im öffentlichen Dienst oder in staatsnahen Wirtschaftsbetrieben. Wäre dies nicht so gewesen, wäre heute die Arbeitslosigkeit in Österreich um drei Prozentpunkte höher.

In diesem Lichte ist es wohl keine Ruhmestat der österreichischen Bundesregierung, als sie vorgestern beim Ministerrat einen Beibehalt der Anzahl der Pragmatisierten festschrieb. Kreativ wäre gewesen, -an externe Betriebsberater und nicht Sektionschefs - den Auftrag zu geben, den öffentlich-rechtlichen Bereich nach überflüssigen Humanressourcen zu durchforsten und entsprechende Handlungen zu setzen.

Ein Ex-Personalchef, wie Kanzler Klima müßte dies eigentlich wissen!

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