Auf der "Road to Kyoto" WWF vergleicht Klimapolitik von 20 Industrieländern - ein roter Punkt für Österreich

Wien (OTS) - Das Jahr 1997 wird entscheidend sein für den weltweiten Klimaschutz: die Vorbereitungen für den Klimagipfel in Kyoto laufen. Der World Wide Fund For Nature (WWF) startet anläßlich der derzeit stattfindenden Vorbereitungskonferenz in Deutschland die Kampagne "Road to Kyoto": In einem Ranking von 20 Industrienationen stellt der WWF den Ländern vergleichende Zeugnisse über ihre jeweilige Klimapolitik aus: Österreich erhält einen "roten Punkt" dafür, daß es das in Rio vereinbarte CO2-Reduktionsziel (bis zum Jahr 2000 die CO2- Werte auf den Stand von 1990 zu senken) nicht erreichen wird. Der WWF Österreich fordert die Regierung auf, nun konkrete Maßnahmen, wie die Förderung von Alternativenergien und Wärmedämmungen bei Altbauten, zu setzen .

Weltweit sind sich die Experten einig, daß die Erwärmung der Erdatmosphäre durch die große Menge von CO2-Ausstoß zu einer realen Bedrohung geworden ist. Die letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts sind die "heißesten", die es jemals gab: die Erwärmung der Meere bedroht zahlreiche marine Lebewesen, schmelzendes Eis an den Polkappen bedeutet einen bedrohlichen Anstieg des Meeresspiegels. 300 Pazifische Inseln und zahlreiche Küstenregionen drohen unterzugehen. Vor diesem Hintergrund müssen 160 Mitgliedsländer der Klimarahmenkonvention, die in Rio 1992 beschlossen wurde, im Dezember 1997 im japanischen Kyoto Farbe bekennen, ob sie einem Protokoll zur CO2 Reduktion verbindlich zustimmen. Derzeit werden diese Entscheidungen für die Minister in Bonn vorbereitet (1. UN-Klimaverhandlung, Bonn, 24.2. bis 7.3.1997). Der WWF präsentiert aus diesem Anlaß heute als Auftakt zur Kampagne "Road to Kyoto" ein Ranking der Klimapolitik der 20 wichtigsten Industrieländer.

In einem vergleichenden Zeugnis (der WWF-"Scorecard") ist anhand von vier einfachen Indikatoren die Klimapolitik der einzelnen Länder aufgelistet. Österreich schneidet in drei Kategorien - CO2-Emission pro Kopf, nationale CO2-Emission und erwartetes politisches Eintreten für eine signifikante CO2- Reduktion in Kyoto - im Vergleich gut ab. In der zentralen vierten Kategorie, die abschätzt, ob die 1992 in Rio eingegangene Verpflichtung bis zum Jahr 2000 erfüllt wird, erhält die Alpenrepublik mit einem roten Punkt eine schlechte Note. Dieses wichtige Kriterium, das tatsächlich anzeigt, ob die Länder Klimaschutzmaßnahmen umsetzen oder nicht, wird Österreich im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Schlußlichter im Ländervergleich sind die Industriestaaten USA, Canada und Japan.

Dr. Günther Lutschinger, stellvertretender Geschäftsführer des WWF Österreich: "Im Energiebericht ist schon seit Jahren die CO2-Reduktion als Ziel festgelegt. Konkrete Maßnahmen sind aber zuwenig gesetzt worden. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, in diesem für das Klima entscheidenden Jahr 1997 von den Worten zu den Taten überzugehen und längst fällige energiepolitische Maßnahmen zu setzen, insbesondere eine klare und faire Regelung der Strom-Einspeistarife für Alternativenergien, wie Windkraft, Solarenergie oder Biomasse. Dringend nötig ist auch eine Offensive zur Wärmedämmung bei Altbauten, um das Energiesparpotential hier zu nutzen."

"Road to Kyoto" - der Weg zum Klimagipfel

Die weltweite WWF-Kampagne "Road to Kyoto" bezeichnet den Weg der bedeutendsten Ereignisse dieses Jahres, die den Gipfel in Japan und damit die wichtigsten klimapolitischen Entscheidungen für das nächste Jahrhundert vorbereiten. Der WWF wird im Rahmen der Kampagne in Studien aufzeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Natur haben wird. Berichte zur Entwicklung bei Korallenriffen, der Ozeane und Küsten, der Nationalparks und geschützten Gebiete sowie der Wälder sind in Vorbereitung. Darüberhinaus setzt sich der WWF für Alternativenergien und Energiesparmaßnahmen ein. Konkrete Maßnahmenvorschläge zur CO2-Reduktion werden im Rahmen der Kampagne präsentiert.

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