Vorläufiges Jahresergebnis 1996: Gute Geschäftsentwicklung im Verbund

Wien (OTS) - Vorstandssprecher Haider erläuterte die zukunftsweisende Struktur des neuen Verbund - das EGT konnte im Vergleich zum Vorjahr trotz hoher außerplanmäßiger Aufwednungen um 8 % gesteigert werden, sagt Finanzvorstand Pistauer, und erwartet einen Anstieg des Gewinnes nach ÖVFA auf 51 Schilling je Aktie.

Beim ersten Pressegespräch im 50sten Bestandsjahr des Verbund konnte der Vorstand auf ein zufriedenstellendes Jahresergebnis 1996 verweisen. Das Vorjahr stand unternehmensintern ganz im Zeichen der Konzeption und Umsetzung eines umfassenden Optimierungsprogrammes, das den Verbund zu einem der modernsten Elektrizitätsversorger Europas macht.

Der neue Verbund

Die rasche Entwicklung zu mehr Markt und mehr Wettbewerb, so Dipl.-Ing. Hans Haider, habe den Verbund sehr früh veranlaßt, seine Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Dies sei mit der Restrukturierung des Verbund gelungen, an dessen Spitze seit Beginn dieses Jahres eine schlanke Holding steht. Unter dieser Holding sind die Geschäftsfelder und die Geschäftsfeldübergreifenden Services angesiedelt. "Synergien können jetzt u.a. dadurch genutzt werden, daß anstellen der bisherigen Instandhaltungsabteilungen in den Gesellschaften ein konzernweiter Instandhaltungspool die Wartung der Anlagen übernimmt", verwies Haider exemplarisch auf die wirtschaftlichen Vorteile durch die Neustrukturierung des Verbund.

tele.ring

Im Rahmen seiner Telekommunikations-Aktivitäten, so erklärte Haider, habe der Verbund gemeinsam mit den ÖBB kürzlich die "tele.ring" gegründet. Der Markteinstieg dieser Gesellschaft werde über Mietleitungs- und Datendienste erfolgen. Für die Nutzung der Telekommunikations-Infrastruktur des Verbund durch tele.ring seien entsprechende Bedingungen vereinbart worden, um Quersubventionen auszuschließen. Es seien Investitionen von mehreren Milliarden Schilling geplant.

KW Freudenau und Verbundplan-Projekte

Neben dem zügigen Baufortschritt am Donaukraftwerk Freudenau -derzeit werden die Betriebsgebäude errichtet - sind auch einige große Auslandsprojekte des Verbund-Engineeringunternehmens Verbundplan hervorzuheben. Mit dem Bau der beiden Euphrat-Kraftwerke Birecik und Karkamis in der Türkei wurde Mitte des vergangenen Jahres begonnen. Der Auftragswert für die Leistungen der Verbundplan liegt bei 230 Mio. ATS bzw. 51 Mio. ATS. Im Auftrag der Weltbank untersucht Verbundplan derzeit die Möglichkeit, die geplante Betriebsdauer der thermischen Kraftwerke Tuzla und Kakanj in Bosnien zu verlängern.

Vorläufige Ergebnisse

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) konnte trotz außerplanmäßiger Aufwendungen von 800 Mio. ATS im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 8 % gesteigert werden und erreichte einen Wert von rund 1,5 Mrd. ATS. Die Umsatzerlöse haben im Berichtsjahr einen Wert von etwa 20 Mrd. ATS erreicht und lagen damit um etwa 1,8 % höher als im Jahr davor.

Am Inlandsmarkt wurden Zuwächse beim Stromabsatz sowohl gegenüber den Landesgesellschaften als auch gegenüber Industrie und ÖBB erreicht. Für den Export stand aufgrund der unterdurchschnittlichen Wasserführung weniger freie Energie bei gleichzeitig gestiegenen Abgabepreisen zur Verfügung.

Betriebserfolg (EBIT)

Der Konzern-Betriebserfolg wurde - zusätzlich zu der Steigerung der Umsatzerlöse und der konsequenten Fortführung des Rationalisierungsprogrammes - auch von einer witterungsbedingten Erhöhung der Aufwendungen für Brennstoffe und Strombezug und von außerplanmäßigen Abschreibungen und Rückstellungen beeinflußt. Dazu gehören Projektabschreibungen, eine Neubewertung der Brennstoffbevorratung und Abschreibungen für die Gleichstromkurzkupplung in Dürnrohr. Das wird eine Entlastung für die zukünftige Ergebnisentwicklung bringen.

Finanzerfolg

Das Finanzergebnis wurde durch die vor allem im zweiten Halbjahr erfolgte Schwäche des Schweizer Frankens gegenüber dem österreichischen Schilling in positiver Weise beeinflußt. Die gesetzlich verpflichtende Bewertung der Verbindlichkeiten zu den Wechselkursen am Bilanzstichtag führte zu unrealisierten Kursgewinnen von ca. 700 Mio. ATS. Darüberhinaus ist eine Verbeserung des Zinsergebnisses erwirtschaftet worden.

Gewinn nach ÖVFA-Methode

Trotz einer im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Steuerbelastung erwartet Pistauer einen Anstieg des Gewinnes nach ÖVFA auf 51 Schilling je Aktie (nach 49 Schilling im Vorjahr).

Rückfragen & Kontakt:

Verbund
Tel.: 531 13 3712

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBK/OTS