Greenpeace-Umfrage: Klares Votum der österreichischen Bauern gegen die Gentechnik

Greenpeace: "Bauern wollen Gentechnik-freie Landwirtschaft Klarer Handlungsauftrag für Minister Molterer!"

Wien (OTS) - Die überwältigende Mehrheit der österreichischen Bauern lehnt den Einsatz der Gentechnik sowohl in der Landwirtschaft, als auch in Lebensmitteln klar ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Greenpeace beim Marktforschungsinstitut ÖKONSULT in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage unter 671 Bauern aus ganz österreich. 85,2 Prozent der Bauern sprechen sich für eine "Gentechnik-freie Zone österreich" aus; 84,9 Prozent halten den Wunsch von Österreich als "Feinkostladen Europas" mit dem Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft für nicht vereinbar. 77,2 Prozent erklärten, das Gentechnik-Volksbegehren im April auf jeden Fall unterzeichnen zu wollen - 55,9 Prozent davon mit allem Nachdruck.

"Gentechnik am Bauernhof ist laut unserer Umfrage nicht erwünscht. Dies ist zur Kenntnis zu nehmen", faßt ÖKONSULT-Chef Joschi Schillhab die vehemente Ablehnung der Gentechnik durch die Bauern zusammen. "Anbieter von Futtermittel, Produzenten von Saatgut, aber auch die heimische Politik sollten in dieser Frage nicht über die Bauern d'rüberfahren. Bauern in Österreich haben ein Recht darauf, gehört und ernst genommen zu werden."

59 Prozent der befragten Bauern erwarten aus dem Verzicht auf Gentechnik in der heimischen Landwirtschaft zusätzliche Marktchancen in Europa. 68 Prozent verneinen, daß für ihre Kaufentscheidung "der Preis von Futtermitteln viel wichtiger als die Garantie der Gentechnik-Freiheit und Naturbelassenheit" sei. Unglaubliche 94 Prozent der Bauern verlangen eine "uneingeschränkte Kennzeichnung aller gentechnisch veränderten Futtermittel". "Dies ist kein Wunsch, sondern eine unumgängliche Forderung der Bauern an die Anbieter und Produzenten von Futtermitteln und Saatgut!", so Schillhab.

Landwirtschaftsminister Molterer's Zick-Zack-Kurs in Sachen Gentechnik findet unter den Bauern keine Mehrheit: Nur mehr 49 Prozent attestieren Molterer einen glaubwürdigen Einsatz für die Bauern in dieser Frage; 40 Prozent meinen, Molterer tue zu wenig.

"Dies sollte auch Bauernbunddirektor Ledermueller ernstnehmen, wenn er heute im "Standard' einer Gentech-freien Landwirtschaft abschwört", erklärte Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. "Das eindeutige Votum der Bauern gegen die Gen-Manipulation im Essen und in der Landwirtschaft ist ein unüberhörbarer Handlungsauftrag für Molterer, Kammer, Bauernbund und Agrar-Konzerne. Das Vordringen der Gentechnik ist kein Schicksal! Wenn der Handel jetzt Gentech-freie Soja einkauft, können die Futtermittel in wenigen Wochen bereits wieder Gentech-frei sein. Aber dazu ist es notwendig, daß Molterer, Bauernbund und die Kammer ihren Einfluss geltend machen und den Gentech-Ausstieg in der Landwirtschaft mit allen Kräften unterstützen. Die Mehrheit der Bauern sieht in einer Gentech-freien Landwirtschaft grosse Marktchancen in der EU; diese Chancen dürfen nicht mit einer zögerlichen Politik verspielt werden."

Rückfrahinweis: Matthias Schickhofer, Greenpeace Österreich, Tel: 01-7130061-25 oder 0664-3386503
Joschi Schillhab, ÖKONSULT Umweltforschung,
Tel: 02238-8570, Fax: 02238-8833

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