Bartenstein: Ausweitung des Zwischenlagers Dukovany Brüskierung Österreichs

Wien (OTS) - Sollten sich die Meldungen über die dramatische und überfallsartige Ausdehnung des atomaren Zwischenlagers in Dukovany bewahrheiten, stelle dies keinen vertrauensbildenden Akt gegenüber Österreich dar, sondern sei geradezu eine Brüskierung Österreichs, dessen kernenergieskeptische Haltung den Nachbarländern seit Jahren bekannt sei, sagte Umweltminister Dr.Martin Bartenstein in einer ersten Reaktion am Dienstag.

In der bilateralen Strahlenschutzkommission vor 14 Tagen wurde von tschechischer Seite betont, daß die verbrauchten Brennstäbe in diesem Zwischenlager auf 600 Tonnen limitiert und keine Änderung geplant sei. Die Ausweitung auf 1500 Tonnen in Dukovany und die geplante Zwischenlagerung in Temelin sind aus österreichischer Sicht daher nicht akzeptabel. Die expansive tschechische Zwischenlagerungsstrategie sei neuerlich ein Beweis dafür, daß die Probleme mit der Kernenergie nicht auf die Reaktorsicherheit beschränkt sind, sondern zeigt deutlich, daß die Fragen der Wiederaufbereitung und der Endlagerung bis heute weitestgehend ungeklärt sind.

Österreich ist auch bereit, wie die heute in Wien stattfindenden Tagung der Zentraleuropäischen Initiative beweist, unseren östlichen Nachbarländern das Know How für ine Zukunft der effizienten Energienutzung und der Nutzung erneuerbarer Energien zur Verfügung zu stellen. Das österreichische Umweltministerium leistet dadurch einen aktiven Beitrag für ein mittelfristig kernenergiefreies Mitteleuropa. Bis dieses Ziel erreicht ist, geht es für Österreich zumindest um westeuropäische Sicherheitsstandards bei Atomkraftwerken in unseren Nachbarländern. Die Anlage gigantischer Zwischenlager an unseren Grenzen ist jedenfalls kein Weg dorthin, sagte Bartenstein.

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