Japan Today - Kunst, Fotografie, Design - MAK - Ausstellungshalle (Obergeschoß) - 26. Februar bis 25. Mai 1997

Pressekonferenz: 25. Februar 1997, 10.30 Uhr Eröffnung: 25. Februar 1997, 20.00 Uhr

Wien (OTS) - Die Ausstellung Japan Today: Kunst, Fotografie,
Design im MAK präsentiert eine Auswahl von 15 Künstlern - Miran Fukuda, Mako Idemitsu, Michiko Kon, Shiro Kuramata, Yayoi Kusama, Seiko Mikami, Tatsuo Miyajima, Issey Miyake, Yasumasa Morimura, Takashi Murakami, Isamu Noguchi, Noboru Tsubaki, Hiromi Tsuchida, Shigeru Uchida, Yukinori Yanagi, Kenji Yanobe - , die seit Ende der 80er Jahre die japanische Kunstszene wesentlich mitbestimmen, sowie eine Arbeit des Architektenteams Robert Venturi, Denise Scott Brown and Associates, Inc. Anhand von Fotografie, Design und bildender Kunst werden charakteristische Aspekte und relevante Positionen der japanischen Gegenwartskultur in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit veranschaulicht und abgesteckt.

Die hier dargestellte Periode beginnt etwa 1989, im Todesjahr des Kaisers Hirohito, das für den Anfang einer Ära des Aufbruchs, der kritischen Selbstbetrachtung und Konfrontation mit dem Westen steht. Etwa zeitgleich vertärkt sich auch das Interesse an japanischer Gegenwartskunst, das durch wichtige internationale Ausstellungen ("Japanese Art after 1945: Scream Against the Sky" oder "Against Nature: Japanese Art in the Eighties") im Westen angeregt wurde. Dieses Interesse gilt einerseits der Erfassung der Eigenständigkeit japanischen Schaffens, ist aber auch als selbstbezogenes Interesse des Westens zu verstehen - d.h. in der eigenen Identitätssuche durch die Spiegelung des Ostens gesehen zu werden und damit wesentliche Aspekte der global culture zu erfahren.

Ein Hauptaspekt der Ausstellung ist die Verarbeitung von Tradition, die in der japanischen Gegenwartskunst stattfindet. Tradition wird von Künstlern und Designern wie Tatsuo Miyajima, Shiro Kuramata oder Shigeru Uchida als eine gültige Grundlage der japanischen Kultur verstanden, die durch ihren durchlässigen Transformations- und Kontinuitätsbegriff ins 21. Jahrhundert trägt. Tradition bildet die materielle und immaterielle Identität, die einerseits eine fast romantische Grundstruktur der japanischen Gesellschaft definiert, in der aber andererseits Fortschritt und technologisch-ökonomische Entwicklung nicht als Gegensatz verstanden wird. D.h., daß die traditionellen Strukturen soweit verinnerlicht und daher auch modifiziert werden können, daß sie im Dienste einer völlig neuen Ordnung, Identitätsstruktur und Formensprache stehen. Auf einer ästhetischen Ebene bedeutet das eine feine Verflechtung und zugleich Verdichtung heterogener und ungleichzeitiger Elemente, wie die Verbindung traditioneller Techniken mit digitalen und elektronischen Zeichen (z.B. in der Malerei von Miran Fukuda) oder die Rückbesinnung auf Konzepte den Zen-Buddhismus im Umgang mit neuen Technologien (Miyajima) verdeutlicht.

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist Komplexität und Assimilation, die mit dem Wachsen der japanischen Metropolis, der Entwicklung fortschrittlicher Technologien und der Schaffung virtuell erzeugter Realitäten - einhergehen. Diese Wesensmerkmale greifen in weitere Bereich über, in eine ambivalente Doppeldeutigkeit in der Übernahme von Elementen aus Comics, Kitsch und Popkultur sowie der oftmals kritischen Aneignung von westlichen Kultur- und Statussymbolen, die zunehmend Aufnahme in die japanische Kunst finden. Beispiele dafür sind die Comicfiguren von Takashi Murakami oder die künstlichen Psychoborgs von Yasumasa Morimura.

Die Ausstellung versucht diese Komplexitäten und Widersprüche sowie die daraus entstehenden Spannungen und Ambiguitäten anhand einer Auswahl der wichtigsten japanischen Gegenwartskünstler aufzufächern und anzureißen. Weiters versucht sie zu veranschaulichen, daß die identitätsschaffende japanische Sensibilität, die mittels Einverleibung und "Japanisierung" heterogener Einflüsse existiert, durch die beschriebenen Formen der "hybriden Kultur" einen wesentlichen Beitrag zur Definition transkultureller Phänomene liefert.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Softcover (ca. 120 Seiten, 60 Abbildungen in Farbe) in deutscher und englischer Sprache.

Ausstellung Japan Today
Kunst, Fotografie, Design

Ausstellungsort MAK - Ausstellungshalle (Obergeschoß)

Ausstellungsdauer 26. Februar bis 25. Mai 1997

Pressekonferenz 25. Februar 1997, 10.30 Uhr
Eröffnung: 25. Februar 1997, 20.00 Uhr

MAK-Kurator Daniela Zyman

Führungen jeden Donnerstag, 18.00 Uhr
jeden Samstag, 16.00 Uhr

Schulführungen Gabriele Fabiankowitsch
Information und Anmeldung Tel 0043 - 1- 71136 - 298 Lehrerführungen Donnerstag, 06. März 1997, 16.00 Uhr Donnerstag, 20. März 1997, 16.00 Uhr (Treffpunkt Kassa Weiskirchnerstraße, Anmeldung erforderlich)

Öffnungszeiten 30.03. Ostersonntag (10.00 bis 18.00 Uhr) 31.03. Ostermonntag (10.00 bis 18.00 Uhr) 01.05. Tag der Arbeit (geschlossen)
18.05. Pfingstsonntag (10.00 bis 18.00 Uhr) 19.05. Pfingstmontag (10.00 bis 18.00 Uhr)

Rückfragen & Kontakt:

MAK - Museum f. angewandte Kunst
Christina Werner
Tel.: 711 36/233
Fax : 713 10 26

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