Gewerbeverein: Beamte sind nicht billiger - sie schlafen aber besser!

Wien (OTS) - Daß Beamte in einer Zeit, in der mehr als 300.000 Österreicher keinen Arbeitsplatz haben, privilegiert sind, ist unbestritten.

Daß sie darüber hinaus Sonderrechte von der Superpension, über bezahlte Mittagspause bis hin zu vielen anderen Vorteilen genießen, kann wohl auch niemand negieren.

Was nun die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst bewegt, - gerade jetzt - in einer Studie darzulegen, "Beamte wären billiger als Vertragsbedienstete" ist schleierhaft.

+ Fest steht, daß in Zeiten, in denen von jedem Österreicher Flexibilität eingefordert werden muß, ein unflexibler - weil pragmatisierter - Beamter in jedem Fall zu teuer ist. Ab Definitivstellung ist er - abgesehen vom Tod - über Jahrzehnte hinweg ein fixer Kostenfaktor. Das gibt es außer in wenigen Bereichen (Sparkassen, Versicherungen) nirgends.

+ Die Studie vergleicht Äpfel mit Birnen; man kann nicht einmal Beamte mit Vertragsbediensteten und in der gleichen Studie Beamte mit Managern aus der Privatwirtschaft vergleichen. Letztere sind nicht pragmatisiert.

+ Wissenschaftliche Abhandlungen (Bernd Marin et al) weisen aus, daß das Lebenseinkommen eines Beamten weit über jenem eines privatwirtschaftlich bediensteten Mitarbeiters liegt.

+ Beamte gehen viermal so häufig auf Kur als Angestellte und fünfmal mehr als Gewerbetreibende.

+ Österreichische Beamte schlafen - nächtens - einer Studie der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Schlafforschung und Schlafmedizin (ÖGSMSF) signifikant besser als selbständig Erwerbstätige. Darüber kann man schmunzeln - ein gesunder Nachtschlaf gehört jedoch unbestritten zur Lebensqualität.

Was - so frägt sich der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins - Prof. Friedl Bakalowits - treibt Beamtengewerkschaftschef Dr. Dohr dazu, in einer derart heiklen Phase in Österreichs Innenpolitik eine solch merkwürdige Studie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit diskriminiert man nur die fleißigen Beamten.

Stattdessen sollten sich die GÖD-Vertreter mit der Bundesregierung zusammensetzen und über den Abbau der Beamten-Privilegien verhandeln, wobei das Endziel - so Prof. Bakalowits - nur die Angleichung an das Angestelltenrecht sein kann.

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