1997 kein Freisetzungsversuch gentechnisch veränderter Stärkeindustriekartoffeln in Österreich durch die Zuckerforschung Tulln

Wien (OTS) - Ult: Freisetzung 1997 in Deutschland, in Österreich Arbeiten im

geschlossenen Containment unter Laborbedingungen=

Die Zuckerforschung Tulln hat beschlossen, den im
November 1996 beantragten Freisetzungsversuch gentechnisch veränderter Stärkekartoffeln in Österreich um ein Jahr aufzuschieben.

Die internationale Wettbewerbssituation gebietet aber, mit vollem Engagement an dem Projekt weiter zu arbeiten , d.h. zwar in Österreich 1997 die Arbeiten wieder im geschlossenen Containment unter Laborbedingungen fortzuführen, in Deutschland allerdings auch heuer wieder umfangreiche Freisetzungen - die 1996 sehr erfolgreich waren - durchzuführen.

Die Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. hat somit gemeinsam mit den Gentechnikern des Instituts für Genbiologische Forschung Berlin Ges.m.b.H. sowie den Züchterfirmen Kleinwanzlebener Saatzucht und Saka-Ragis ein weiteres Jahr intensiver Forschungsarbeiten im geschlossenen Containment in Österreich sowie im Freilandversuch in Deutschland vor sich. Mittlerweile sind auch Weiterentwicklungen im Sortenbereich mit dem gleichen gentechnischen Konstrukt erfolgt, denen derzeit nur in Deutschland mit den mehrjährigen Freisetzungsgenehmigungen gefolgt werden kann.

Es soll in der öffentlich sensiblen Phase eines Volksbegehrens nicht der Eindruck einer Provokation durch den Akt einer erstmaligen Freisetzung vermittelt werden, obwohl von einer Nacht- und Nebelaktion im Zusammenhang mit dem Freisetzungsantrag - wie Umweltaktivisten so gerne behaupten - keine Rede sein kann, sondern der Antrag korrekt eingebracht wurde und dem österreichischen Gentechnik-Gesetz entsprechend abläuft. Außerdem gibt diese Vorgangsweise die Möglichkeit von mehr Grundsatzinformation zur Gentechnik als wesentliche Zukunftstechnologie, aber auch zu mehr Detailinformation über das konkrete Stärkeprojekt.

Dieses Projekt ist für die Zukunft eines österreichischen Stärkeindustriekartoffelanbaus deshalb wirtschaftlich so bedeutend, weil durch Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet technischer Stärkeprodukte - vor allem in den Niederlanden - Substitutionsgefahr für den Anbau von Stärkeindustriekartoffeln in Österreich besteht.

Die Zuckerforschung Tulln hofft, mit diesem Schritt einen Beitrag zur Ent-emotionalisierung der Thematik zu leisten und mit einem Jahr weiterer Erfahrung aus den Freisetzungsversuchen in Deutschland diesen Schritt mit zweijähriger Verzögerung 1998 auch in Österreich gehen zu können.

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