20.05.2012 / 12:20 / Politik

Höchste Kärntner Landesauszeichnung für den Dalai Lama

Utl.: LH Dörfler zeichnete Seine Heiligkeit mit Landesorden in Gold aus - Vortrag zur Kunst des Glücklichseins in ausverkaufter Messehalle 1


Klagenfurt (OTS/LPD) - Über die Kunst des Glücklichseins hielt der
Dalai Lama heute, Sonntag, einen öffentlichen Vortrag in der
ausverkauften Klagenfurter Messehalle 1. Dabei bedankte er sich auch
bei der Kärntner Bevölkerung für ihre Freundlichkeit und das
warmherzige Lächeln, mit dem sie ihm begegnet sei. Landeshauptmann
Gerhard Dörfler verlieh dem geistigen Oberhaupt der Tibeter die
höchste Auszeichnung des Landes, den Kärntner Landesorden in Gold.					
"Die vier Tage Ihres Besuches waren Glückstage für Kärnten. Sie
haben uns Spuren hinterlassen, die nicht morgen schon verwischt sein
werden", sagte Dörfler bei der Verleihung. Der Landeshauptmann
bedankte sich persönlich aber auch für das Land Kärnten für den
bereits vierten Besuch des Dalai Lama: "Sie sind durch Ihre
Freundschaft mit Heinrich Harrer mit Kärnten verwurzelt. So konnten
wir alle eine außergewöhnliche Beziehung zu einem außergewöhnlichen
Menschen aufbauen." Dörfler dankte dem Dalai Lama auch dafür, dass er
trotz der tausenden Besucher bei seinen Veranstaltungen immer
Augenblicke für einzelne Menschen, wie Kinder oder eine Frau im
Rollstuhl, gefunden habe. "Viele werden Ihre Botschaften mitnehmen
und morgen vielleicht schon mehr lachen als gestern", meinte der
Landeshauptmann.					
Als der Dalai Lama den Landesorden entgegennahm, hatte er damit
ganz im Sinne seines Vortrages über das Glücklichsein sichtlich viel
Spaß und Freude. Er hing sich die Auszeichnung mit einem herzlichen
Lachen ans Ohr und verwendete ihn bei seinem Abgang von der Bühne als
Kopfschmuck. Der Landeshauptmann erhielt aus den Händen des Dalai
Lama eine Buddha-Statue als Geschenk. Bereits zu Beginn seines
Vortrages hatte der Dalai Lama dem Landeshauptmann gedankt: "Seit
meiner Landung am Flughafen haben Sie mir jeden Tag ihr Gesicht mit
einem Lächeln und viel Freundlichkeit gezeigt." Ein amerikanischer
Wissenschaftler habe ihm einmal gesagt, dass sich die Augen von
Menschen öffnen würden, wen sie jemandem mit herzlichen Gefühlen
gegenübertreten. Dieses Öffnen der Augen habe er auch beim
Landeshauptmann gesehen, so der Dalai Lama.					
Im Rahmen seines Vortrages wollte der Dalai Lama aufzeigen, wie
man ein glückliches Leben im Kontext eines säkularen Weges führen
kann. Er betonte, dass er den Begriff säkular im Sine der indischen
Verfassung verstehe. Es sei also auf keinen Fall eine antireligiöse
Haltung, sondern es gehe um den Respekt gegenüber allen Religionen
und auch Menschen ohne Glauben.					
Nach Ansicht des Dalai Lama leben die Menschen zu sehr auf der
Ebene der Sinneseindrücke, konzentrieren sich auf das Äußere,
Materielle, die temporäre und augenblickliche Befriedigung der Sinne.
Das Innere - also tiefe, geistige und wichtige Erfahrungen - würde
hingegen länger bleiben. Die Menschen und vor allem Kinder würden zu
viel fernsehen, was schädlich für die Entwicklung der Energie und
Kraft des Geistes sei. Man sollte in seinen Geist schauen, ihn ruhig
und ausgeglichen halten. Die Quelle von Leid und Problemen sei
nämlich meist nicht im Äußeren sondern in der inneren Haltung zu
finden. Allein wenn man beobachte, wo in einem selbst Wut und Ärger
aufkommen, könne man diese Gefühle und deren negative Energien
bereits reduzieren.					
"Wir sind soziale Wesen, keiner kann für sich glücklich sein,
sondern nur im Verbund mit anderen", so der Dalai Lama weiters. Wir
alle seien Teil des Ganzen und der Vorteil der Gemeinschaft sei auch
unserer. Der Dalai Lama appellierte dafür, das Recht des Wohlergehens
anderer anzuerkennen sowie das uns angeborene Bewusstsein für
Verbundenheit und gegenseitige Zuneigung zu schärfen. Zu oft würden
die Menschen künstliche Werte schaffen und die Wichtigkeit der
Gefühle vergessen. So würden egoistische Gedanken entstehen und das
negative Verhalten verstärke sich. Die Menschen sollten wieder mehr
in der Kategorie Wir als in der Kategorie Ich denken. So würde es
auch weniger Raum für Kriege und Armut geben. "Die Welt gehört und
allen geleichmäßig", betonte der Dalai Lama und verwies darauf, dass
negative Gedanken unser Immunsystem auffressen würden.					
Auf seine herzliche und unvergleichliche Art beantwortete er noch
eine Frage aus dem Publikum. Der Mitarbeiter eines großen Casinos
wollte wissen, wie sein Unternehmen und er selbst mit den negativen
Gefühlen umgehen könne, die entstehen, wenn Menschen spielsüchtig
sind oder viel Geld verlieren. "I really don't know", meinte der
Dalai Lama kurz mit einem herzhaften Lachen.					
Beim seinem Vortrag waren seitens der Landesregierung auch LHStv.
Uwe Scheuch, LHStv. Peter Kaiser, die Landesräte Achill Rumpold und
Christian Ragger und Landesrätin Beate Prettner anwesend.
    (Schluss)					
Rückfragehinweis:
   Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
   Tel.: 05- 0536-10201
   http://www.ktn.gv.at