- 03.12.2012, 11:18:52
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Weihnachtszeit: Hochsaison für Wohnungsbrände - BILD/VIDEO

Wien (OTS) - Der Advent ist eine der feuergefährlichsten Zeiten im
Jahr. Rund 500 Wohnungsbrände ereignen sich jährlich rund um
Weihnachten. Neben erheblichen Sachschäden werden hierbei auch immer
wieder Menschen verletzt oder getötet.
Wie eine aktuelle Studie des KFV (Kuratoriums für
Verkehrssicherheit) zeigt, wird die Brandgefahr in den eigenen vier
Wänden generell stark unterschätzt. Mit einfachen Maßnahmen können
Menschenleben gerettet und Schäden in großem Ausmaß verhindert
werden.
Zu Hause fühlen wir uns sicher, Gefahren lauern draußen. Wer das
denkt, der irrt gewaltig: Jedes Jahr passieren mehr tödliche Unfälle
in den eigenen vier Wänden als im Straßenverkehr. Durchschnittlich 30
bis 40 Menschen sterben jedes Jahr bei einem Brand im privaten
Bereich. "Mehr als 4.000 Brände - das ist mehr als die Hälfte aller
Brände in Österreich - ereigneten sich im Jahr 2011 im privaten
Bereich. Gerade in der gewohnten Umgebung sind viele Menschen
unaufmerksam und unvorsichtig. Fast immer ist Unkenntnis, Leichtsinn
oder sogar Fahrlässigkeit die eigentliche Ursache der Feuer. Die
meisten Unglücksfälle sind durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar",
erläutert Dr. Luciano Cirinà, Präsident des Verbandes der
Versicherungsunternehmen Österreichs VVO.
Fast jeder vierte Brand in Privathaushalten entsteht durch
elektrische Haushaltsgeräte!
Die Möglichkeiten der Brandentstehung sind vielfältig. Besonders
tückisch sind Schwelbrände, die sich stundenlang an versteckten
Stellen entwickeln und erst erkannt werden, wenn es schon fast zu
spät ist. Nicht richtig gewartete, unbeaufsichtigte oder defekte
technische Geräte gelten als Brandauslöser Nummer Eins. Offenes Licht
und Feuer (zum Beispiel brennende Kerzen) sind die zweithäufigste
Brandursache in Wohnungen. "Vor allem im Dezember gibt es
durchschnittlich fast viermal so viele Brände durch offenes Licht und
Feuer als in den übrigen Monaten des Jahres", erklärt Dr. Othmar
Thann, Direktor des KFV.
KFV-Erhebung in Österreich zeigt: Gefahr wird unterschätzt
Dass die Brandgefahr generell unterschätzt wird, zeigt eine
aktuelle Erhebung des KFV in Österreich: Rund 86 Prozent der
ÖsterreicherInnen halten einen Brand in ihrem eigenen Haushalt für
eher unwahrscheinlich. Für 80 Prozent der Befragten ist der
Weihnachtsbaum mit Kerzen die Gefahrenquelle Nummer Eins. Nur rund 14
Prozent stufen Elektrogeräte als eine mögliche Gefahrenquelle für
Brände ein. Bei der Notrufnummer der Feuerwehr sind rund 25 Prozent
der befragten Personen nicht sattelfest. Immerhin 83 Prozent geben
an, einen Feuerlöscher im Wohngebäude oder in der Garage zu
besitzen.
Lebensretter: Rauchwarnmelder und Feuerlöscher!
Auffällig ist, dass immer noch die wenigsten Haushalte über
Rauchwarnmelder verfügen. Gerade einmal 39 Prozent der vom KFV
befragten Haushalte sind mit Rauchwarnmeldern gesichert. Vor allem
Kinderzimmer sind unzureichend geschützt. Gerade auf Kinder übt Feuer
eine besondere Faszination aus mit dramatischen Folgen. Auch ältere
Personen sind aufgrund der abnehmenden Mobilität im Falle eines
Wohnungsbrandes besonders gefährdet. "Rauchwarnmelder und
griffbereite Feuerlöscher können Leben retten und sollten daher in
keinem Haushalt fehlen. Der beste Schutz ist es, Brände erst gar
nicht entstehen zu lassen. Darum müssen prinzipiell schon erste
Anzeichen, die auf technische Defekte von Geräten hinweisen, ernst
genommen werden und Heiz- sowie Elektrogeräte regelmäßig vom Fachmann
überprüft werden. Gerade zur Weihnachtszeit erhöht sich das
Brandrisiko erheblich. Ein ausgetrockneter Christbaum oder
Adventskranz steht blitzartig in Flammen. Kerzen, egal ob elektrisch
oder aus Wachs, sollten nie unbeaufsichtigt brennen", schließt Thann.
Wussten Sie, dass...
...im Jahr 2011 in Österreich 4.069 Brände (Schaden größer als
2.000 Euro) im privaten Bereich registriert wurden? Das entspricht 54
Prozent aller Brandfälle!
...ein Rauchwarnmelder Leben retten kann?
...qualitativ hochwertige Rauchwarnmelder seit September 2011
zusätzlich mit dem Qualitätszeichen "Q" für erhöhte Anforderungen
gekennzeichnet sind?
...ein 6 kg Feuerlöscher einen Entstehungsbrand beherrschbar macht
und daher in jeden Haushalt gehört?
Gefährliche Brand-Mythen:
"Ich brauche mich nicht zu schützen, denn ich passe sowieso
sehr gut auf."
Irrtum. Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen. Auch Brände
im Keller oder Hausflur sowie ein Brand in der Nachbarwohnung können
gefährlich werden.
"Der Rauch wird mich schon rechtzeitig aufwecken, wenn ich
schlafe."
Eine gefährliche Fehleinschätzung. Der menschliche Geruchssinn
funktioniert im Schlaf nicht. Dadurch wird der Brandgeruch im Schlaf
nicht wahrgenommen. Bei einem Brand bilden sich darüber hinaus
geruchlose Gase, die unbemerkt im Schlaf inhaliert werden. Wenige
Atemzüge davon sind bereits tödlich!
"Wenn es brennt, hat man zum Verlassen der Wohnung mehr als 10
Minuten Zeit."
Stimmt nicht. Zur Flucht vor einem Brand hat man durchschnittlich
nicht mehr als vier Minuten. Eine Rauchgasvergiftung kann sogar
bereits nach zwei Minuten tödlich sein.
"Beton und Stein brennen nicht. Ich bin nicht gefährdet, denn
ich wohne in einem Betonhaus."
Beton brennt nicht. Vorhänge, Teppiche, Möbel oder Kleidung sind
allerdings brennbar. 100 g brennender Schaumstoff kann ausreichen, um
lebensbedrohliches Rauchgas zu produzieren.
"Effektiver Brandschutz ist sehr teuer."
Nein. Ein Rauchwarnmelder kostet nicht mehr als ein paar Euro.
Geprüfte Feuerlöscher sind schon ab 20 Euro erhältlich. Die
Überprüfungskosten liegen üblicherweise unter 10 Euro.
"Ich bin Raucher und kann daher keine Rauchwarnmelder
installieren."
Rauchwarnmelder funktionieren foto-optisch. Zigarettenrauch und
brennende Kerzen lösen bei üblichem Gebrauch keinen Alarm aus. Sobald
genügend Rauchpartikel in das Innere des Melders geraten, wird ein
Signalton ausgelöst. Mit rund 85 Dezibel ist er laut genug, um jeden
Schlafenden zu wecken und vor der drohenden Gefahr zu warnen.
"Ein Feuerlöscher kann bei falscher Bedienung explodieren und
ist kompliziert in der Bedienung."
Stimmt nicht. Einen Feuerlöscher zu bedienen ist ganz einfach. Wegen
ihrer universellen Einsetzbarkeit für alle im Haushalt relevanten
Brandklassen (A, B, C) sind Pulverlöscher am einfachsten zu handhaben
und erzielen auch bei Anwendung durch Ungeübte ausgezeichnete
Löschwirkungen. Das Löschpulver ist für den Menschen unbedenklich.
Die richtige Handhabung ist auf jedem Feuerlöscher beschrieben und
sollte dennoch, bevor es zu einem Notfall kommt, durchgelesen werden.
Praktische Löschübungen schaffen Sicherheit im Umgang.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3634/
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