BSA stellt das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell zur Diskussion

Wien (OTS) - In einer Veranstaltung am 20. März 2017 stellte der BSA das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell zur Diskussion. Für Dr.in Maria Safer, Vorsitzende der Fachgruppe TierärztInnen im BSA, ist diese ein wichtiger Beitrag zur Transparenz bei Lebensmittelangaben.

„Effektive Kontrollen sind ein wesentlicher Faktor für sichere Lebensmittel hoher Qualität- gerade weil der Inhalt unserer Teller immer internationaler wird“, unterstreicht Abg.z.NR. Ing. Markus Vogl, SPÖ, in seinem Grundsatzvortrag. „Wir haben beim Einkauf die Qual der Wahl zwischen tausenden Produkten unterschiedlichster Herkunft. Informationen zu gesunder Ernährung und die Vorteile von Produkten aus regionaler Erzeugung können ganz wichtige Entscheidungskriterien für die KonsumentInnen darstellen. Sichere Lebensmittel, deren klare Kennzeichnung sowie eine hohe Lebensmittelqualität stärken das Vertrauen und sichern letztlich auch die Marktchancen für österreichische LebensmittelproduzentInnen- und unternehmerInnen.“ KonsumentInnenvertrauen ist ein wichtiges Element der Standortsicherung Österreichs, so Vogl zusammenfassend.

Die Arbeiterkammer fordert mehr Transparenz für Angaben bei Lebensmitteln. Einige Qualitätsaspekte sind unzureichend abgebildet oder je nach Marketingerfordernissen mehr oder weniger hervorgehoben. DI Heinz Schöffl, Arbeiterkammer Wien, verweist darauf, dass es für KonsumentInnen dadurch schwierig wird, ein umfassendes Bild der Produktqualität zu erhalten. Das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell ermöglicht KonsumentInnen und ProduzentInnen ein nachvollziehbares Bild der Produktqualität.

LebensmittelunternehmerInnen wollen den Wünschen der KonsumentInnen nachkommen, um ihre Marktchancen zu sichern. Rudolf Mach, Forschungsgruppe Lebensmittel, erläutert die Schwierigkeit für LebensmittelunternehmerInnen, die Produktion an sich laufend verändernde Qualitätsschwerpunkte anzupassen. Diese Anpassung bedeutet Investitionen. Investitionen sind jedoch nur für nachhaltige Markterfordernisse (= Wünsche der KonsumentInnen) sinnvoll. Für ihn stellt das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell eine Chance dar, alle Qualitätsaspekte eines Produktes so zu präsentieren, dass es KonsumentInnen wahrnehmen können. Damit ist dieses Modell ein Beitrag zur Standortsicherung Österreichs.

Das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell bietet keinen neuen Qualitätsaspekt, sondern stellt alle österreichischen Qualitätsmerkmale wertneutral dar. Dr. Peter Kranner, Fachtierarzt für Lebensmittel, betont, dass Lebensmittelsicherheit, klare rechtskonforme Kennzeichnung, betriebliche Eigenkontrollsysteme und faire, leistbare Preise vorausgesetzt werden. Ebenfalls sollen Erzeugnisse nicht aus oder mit gentechnisch veränderten Lebensmittel oder Zutaten hergestellt worden sein. Das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell umfasst folgende Qualitätsaspekte:
• Versorgungssicherheit und Nährstoffe
• Tierwohl
• Gentechnikfreiheit
• Regionalität
• Umwelt (Biodiversität, CO2-Fußabdruck, Ressourcenschutz)
• Verantwortung für die Gesellschaft (=CSR, Corporate Social Responsibility: fairer Lohn und faire Arbeitsbedingungen, soziale Lebensbedingungen)

Z. B. erfüllt BIO-Fleisch mit der Herkunftsangabe eines Bundeslandes die Qualitätsaspekte
• Versorgungssicherheit und Nährstoffe
• Tierwohl
• Gentechnikfreiheit
• Regionalität und
• Umwelt (Biodiversität)

Im Österreichischen Lebensmittelqualitätsmodell hat jedes Qualitätsmerkmal Platz. Mit der Entwicklung von neuen Qualitätsvorstellungen wächst das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell mit. Mit diesem Modell ist es erstmals möglich, nachvollziehbar und übersichtlich die Qualitätsmerkmale verschiedener Erzeugnisse zu vergleichen.

In Rahmen dieser BSA-Veranstaltung wurden weitere Aspekte diskutiert, die in das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell einfließen werden. Die Debatte zeigte, dass das Österreichische Lebensmittelqualitätsmodell ausreichend Flexibilität aufweist, in Tiefe und Umfang zu wachsen. Sich verändernde Wertvorstellungen der KonsumentInnen führen zur Weiterentwicklung des Österreichischen Lebensmittelqualitätsmodells.

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