Welt-Down-Syndrom-Tag: Aktionsdemo vor Parlament gegen eugenische Indikation

Offener Brief an Gesundheitsministerin Rendi-Wagner: Für ein Österreich ohne Diskriminierung

Linz/Wien (OTS) - Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21.3. demonstrierte die "Jugend für das Leben" vergangenen Samstag gegen die gesetzlich verankerte Diskriminierung von Menschen mit Down-Syndrom. Die Jugendlichen traten vor dem Parlament für die Abschaffung der eugenischen Indikation ein, welche die Abtreibung von Kindern mit Behinderung bis zur Geburt ermöglicht.

9 von 10 Kinder werden abgetrieben

Die schockierende Tatsache: 9 von 10 Kindern mit Down Syndrom werden vor der Geburt – meist durch Spätabtreibung – getötet. "Dabei können sich diese Kinder sehr gut entwickeln, wenn man sie fördert", erklärt Jugend für das Leben Sprecherin Myroslava Mashkarynets. "Sie gehören zu den fröhlichsten Menschen und brauchen weder Mitleid noch eine Sonderstellung, sondern Annahme und Geborgenheit."

Appell an Politiker: Abschaffung der eugenischen Indikation

"Die eugenische Indikation ist eine bewusste Selektion von Kindern mit Behinderung", so Mashkarynets. Sie ermöglicht im Falle einer Behinderung die Abtreibung bis zur Geburt, während Abtreibungen bei "gesunden" Kindern "nur" in den ersten drei Monaten straffrei gestellt sind. Für diese gesetzliche Ungleichbehandlung wurde Österreich bereits 2013 von der UN-Staatenprüfung in Genf scharf kritisiert.

Die Jugendlichen appellieren in einem offenen Brief an die politischen Entscheidungsträger eine Diskussion über die eugenische Indikation zuzulassen: "Wir fordern die neue Gesundheitsministerin, Pamela Rendi-Wagner, auf, dafür Sorge zu tragen, dass Eltern, die ein behindertes Kind erwarten, adäquate Informationen und einfühlsame Beratung erhalten, statt die eugenische Indikation als pseudo-humane Lösung präsentiert zu bekommen." Es sei höchste Zeit die massive gesetzliche Diskriminierung zu beenden, betont Mashkarynets als Sprecherin der Jugendorganisation: "Die eugenische Indikation ist ein Stolperstein auf dem Weg zur vollständigen Inklusion von Menschen mit Behinderung!"

Der Brief ist in voller Länge unter
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