„Codename Madeleine – Eine Muslimin gegen Hitler“: Pazifistin Noor Inayat Khan im „Universum History“-Porträt

Zum Weltfrauentag am 10. März um 22.45 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Agentin, Funkerin des britischen Geheimdienstes, Autorin: Noor Inayat Khans Geschichte ist so vielseitig wie unbekannt. 1940 beschließt die junge Pazifistin, sich der rassistischen Schreckensherrschaft der Nazis aktiv entgegenzustellen und lässt sich in England von der Royal Air Force zur Funkerin ausbilden. Sie wird ins besetzte Frankreich geschickt, wo sie den französischen Widerstand unterstützt – ein lebensgefährliches Unterfangen, das sie schließlich im KZ Dachau mit dem Leben bezahlen muss. Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum Internationalen Frauentag (Details unter presse.ORF.at) widmet „Universum-History“ der furchtlosen und geheimnisvollen Noor Inayat Khan mit „Codename Madeleine – Eine Muslimin gegen Hitler“ am Freitag, dem 10. März 2017, um 22.45 Uhr in ORF 2 eine Dokumentation von Robert Gardner (deutsche Bearbeitung: Caroline Haidacher), in der ihr mutiger Einsatz für eine friedliche Welt nachgezeichnet wird.

Paris, 1940: Hitler hat Europa in den Krieg gestürzt. Der Großteil Frankreichs ist bereits von den Deutschen besetzt. Die 26-jährige Noor Inayat Khan, Tochter eines bekannten indischen Sufi-Meisters und einer amerikanischen Dichterin, steht am Anfang einer Bilderbuchkarriere als Autorin und Kinderpsychologin. Geprägt von den spirituellen Sufi-Lehren ihres Vaters, die besagen, dass alle Menschen göttlichen Ursprungs sind und einander mit Respekt begegnen sollen, ist der jungen Pazifistin die Schreckensherrschaft der Nazis ein Gräuel. Als ihre Familie nach England fliehen muss, will sie nicht mehr länger tatenlos zusehen und lässt sich von der englischen Royal Air Force zur Funkerin ausbilden – ein Bereich, in dem Churchills S.O.E., eine nachrichtendienstliche Spezialtruppe, dringend Fachkräfte sucht. Noors exzellente Fähigkeiten als Funkerin sprechen sich schnell herum – genauso wie ihre pazifistische Grundhaltung, mit der sie immer wieder für Konflikte sorgt. So weigert sie sich beispielsweise vehement, zu lügen – bei der Arbeit mit verschlüsselten Nachrichten allerdings eine unvermeidbare Aufgabe. Dennoch wird sie schließlich Teil der Spezialeinheit und gemeinsam mit zwei anderen Frauen ins besetzte Frankreich geschickt. Von dort soll sie unter dem Codenamen „Madeleine“ Kontakt zu London halten und die französische Resistance mit Informationen versorgen. Ein lebensgefährlicher Einsatz – es heißt, dass Funker/innen maximal sechs Wochen durchhalten, bis sie von den Nazis aufgespürt werden. So auch das Prosper-Netzwerk, für das Madeleine arbeitet: Ein britischer Agent nach dem anderen wird von der Gestapo verhaftet – bis „Madeleine“ schließlich als Letzte die Funkverbindung zwischen Paris und London aufrechterhält. Vier Monate hält sie die Stellung, doch dann wird auch sie verraten und von der Gestapo festgenommen.

In zahlreichen Verhören beweist sie einmal mehr ihre Standfestigkeit:
Sie bricht ihr Schweigen nicht, verrät niemanden. Vielmehr tritt sie den deutschen Offizieren mit Mut und Furchtlosigkeit gegenüber. Nach einem Fluchtversuch wird sie ins KZ Dachau überstellt, wo sie nach furchtbaren Misshandlungen schließlich am 13. September 1944 erschossen wird. Heute erinnert eine Statue im Londoner Gordon Square Garden an die muslimische Pazifistin Noor Inayat Khan, die ihren friedlichen Kampf für Gerechtigkeit mit dem Leben bezahlte. Frankreich zeichnete sie posthum mit höchsten militärischen Ehren aus und Queen Elizabeth verlieh ihr für ihren unerschrockenen Einsatz das Georgs-Kreuz für höchste Verdienste.

In aufwendigen Reenactments zeichnet die Spiel-Doku den gefährlichen Einsatz der jungen Agentin in Paris nach – vom Beginn des Einsatzes bis zu ihrem Tod in Dachau. Zu Wort kommen Historiker/innen, Religionswissenschafter/innen und ihr Neffe Pir Zia Inayat Khan.

Die Sendung ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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