Eine Million Kinder in der Ostukraine in großer Gefahr

UNICEF alarmiert: Die Zahl der Kinder, die dringend humanitäre Unterstützung brauchen, hat sich im letzten Jahr verdoppelt

Kiew/Genf/Wien (OTS) - Nachdem der unbeständige und unberechenbare Konflikt in der Ostukraine bereits drei Jahre andauert, sind eine Million Kinder vor Ort dringend von humanitärer Unterstützung abhängig. Diese Zahl hat sich im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres verdoppelt. Laut UNICEF gab es in den letzten zwölf Monaten einen Anstieg von 420.000 zusätzlichen Kindern, die vom Konflikt betroffen sind. Grund dafür sind die andauernden Auseinandersetzungen und die ständige Verschlechterung der Lebensbedingungen im Osten der Ukraine. Bereits 1,7 Millionen Menschen mussten ihr Zuhause im eigenen Land verlassen und viele Familien haben ihre Arbeit, ihr Einkommen, ihre Sozialleistungen und ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung verloren, während zugleich die Lebenserhaltungskosten stark angestiegen sind.  

„Das ist ein unsichtbarer Notfall – eine Krise, die von den meisten vergessen wurde”, sagt Giovanna Barberis, UNICEF Repräsentantin in der Ukraine. „Kinder in der Ostukraine haben die letzten drei Jahre unter der ständigen Bedrohung von kämpferischen Auseinandersetzungen und Beschuss gelebt. Ihre Schulen wurden zerstört, sie wurden von ihrem Zuhause vertrieben und ihr Zugang zu grundlegenden Dingen wie Heizung oder Wasser wurde abgetrennt.“

Täglich kommt es zu hunderten von Verletzungen der Waffenruhe, wodurch die Kinder einem großen körperlichen und psychologischen Risiko ausgesetzt sind. Die Situation ist vor allem an der „Kontaktlinie“ zwischen den ukrainischen Kräften und den Separatisten in der Ostukraine gefährlich, denn hier kommt es am häufigsten zu Gefechten. In dieser Zone leben circa 200.000 Kinder, die jeden Tag einer lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt sind. Alleine 19.000 dieser Kinder können leicht Opfer von Landminen und Blindgängern werden und weitere 12.000 Kinder leben in Dörfern, die mindestens einmal pro Monat beschossen werden. Tausende Kinder müssen regelmäßig in improvisierte Luftschutzbunker flüchten. Die Kinder leiden häufig unter psychosozialem Stress, Albträumen, Aggressionen und Panikattacken. 

Seit dem Beginn der Konflikte sind mehr als 740 Schulen beschädigt oder zerstört worden – das ist jede fünfte Schule in der Ostukraine.

UNICEF fordert zum wiederholten Mal alle Konfliktparteien auf, das Minsker Abkommen zu berücksichtigen, wie auch das humanitäre Völkerrecht nicht zu verletzen und den humanitären Zugang in den Konfliktzonen zu gewährleisten.

UNICEF ist weiterhin vor Ort und hilft den Kindern. Im Jahr 2016 konnte UNICEF viel erreichen:

  • 207.000 Kinder und deren Bezugspersonen erhielten psychosoziale Unterstützung.
  • Eine halbe Million Kinder und deren Familien wurden über die Gefahren von Minen aufgeklärt
  • 10.000 Kinder und deren Familien in der Nähe der Kontaktlinie erhielten Winterbekleidung.
  • 2,5 Millionen Menschen erhielten Zugang zu sauberem Wasser und Hygieneartikel. 
  • 50 Schulen wurden saniert und 150.000 Kinder erhielten Bildungs- und Lernmaterial.
  • So genannte „Geburtshilfesets” von UNICEF trugen zu 29.000 sicheren Geburten bei.

535 Millionen Kinder leben in Ländern, die von Krisen betroffen sind. Sie sind zuhause, in der Schule und auf der Straße die direkten Opfer von Gewalt. In Notsituationen sind Kinder einer Reihe von Gefahren, Krankheiten, Mangel- und Unterernährung, geschlechtsspezifischer Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. Ihr Zuhause, ihre Schulen und Gemeinden liegen in Trümmern, ihre Hoffnungen und ihre Zukunft stehen auf dem Spiel. Mehr als 230 Millionen Kinder sind von direkter oder indirekter Gefahr betroffen, weitere Millionen sind naturbedingten Risiken und Epidemien ausgesetzt.

UNICEF unternimmt alles, um den Kindern in humanitären Notlagen zu helfen. Dabei sind wir auf Ihre Spende angewiesen!

Spendenkonto:

UNICEF Österreich

AT46 6000 0000 0151 6500

„Nothilfe weltweit"

https://www.unicef.at/unicef-hilft/nothilfe-weltweit/

Rückfragen & Kontakt:

Christian Lasser, lasser@unicef.at, +43 1 879 21 91 - 65

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | UCE0001