Flüchtlingsball setzt auf Solidarität und Menschlichkeit

Das Integrationshaus zieht Bilanz und fordert einen Paradigmenwechsel in der Flüchtlingspolitik

Wien (OTS) - Das Integrationshaus ruft anlässlich des 23. Flüchtlingsballs zu Solidarität und Menschlichkeit auf und fordert einen Paradigmenwechsel in der Flüchtlingspolitik. „Wir fordern eine Rücknahme der unmenschlichen politischen Maßnahmen wie die Verschärfungen beim Familiennachzug oder die Einführung von Asyl auf Zeit, sowie die rechtswidrigen Kürzungen der Mindestsicherung, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Schutz von Flüchtlingen sowie soziale Rechte sollen ausgebaut und verbessert und nicht geschmälert werden“, fordert die Geschäftsführerin des Integrationshauses anlässlich des Flüchtlingsballs am 24.2.2017 im Rathaus. „Eine Politik, die für Partizipation und Chancengerechtigkeit steht, verlangt nach einer offenen Gesellschaft und innovativen Programmen, die einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, zum Arbeits- und Wohnungsmarkt und zu sozialen Rechten ermöglichen. Eine Politik, die Abschottung und Sanktionen in den Vordergrund stellt, real aber viel zu wenige Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, diffamiert Flüchtlinge und ist als schikanös zu beurteilen“, so die Geschäftsführerin des Integrationshauses weiter.

Das Integrationshaus zeigt, wie es geht

„Wir haben uns notwendigerweise sehr bemüht, in den letzten 2 Jahren unsere Angebote für Menschen mit Fluchterfahrung in allen Bereichen stark auszubauen und adäquate Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen“, berichtet die Geschäftsführerin. So konnte die Anzahl der Mitarbeiter*innen der psychosozialen Beratungsstelle um 70% ausgebaut werden und insgesamt 2.583 Menschen in der Grundversorgung im Jahr 2016 Unterstützung und Hilfe bieten. Neben der rechtlichen Begleitung und Fragestellungen zu Ämtern und Behörden waren die zentralen Themen Wohnen, Arbeit, Ausbildung und die Integration in das soziale Umfeld. In der angeschlossenen Rechtsberatung, die zur Gänze aus Spendengeldern finanziert wird, haben 427 Personen und ihre Familien rechtliche Vertretung und Begleitung im Asylverfahren erhalten. Im Rahmen des neuen Projekts First Flat ist es gelungen, 48 jungen Erwachsenen in 10 Wohngemeinschaften ein ambulant betreutes Wohnen zu ermöglichen und sie in eine Tagesstruktur in Bildungsprojekten einzubinden. Weitere 171 Personen konnten in unserem Wohnheimbetrieb durch intensive mehrsprachige Betreuung unterstützt werden, 31 davon hatten aufgrund ihrer psychischen und/oder physischen Situation einen erhöhten Betreuungsbedarf. Zusätzlich konnten 20 Kinder psychologische Behandlung erhalten. In der Sozialpädagogik konnten im Rahmen der vollen Erziehung 47 Kinder, 37 davon unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, versorgt und betreut werden.

Neu eröffnet wurde 2016 eine Wohngemeinschaft für unmündige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der Großteil der im Vorjahr neu aufgenommenen unbegleiteten Flüchtlingskinder war unter 14 Jahre alt. Die prioritäre Aufnahme von unmündigen Flüchtlingen brachte eine Vielzahl an notwendigen Änderungen in der täglichen pädagogischen Arbeit mit sich.

Ausgebaut wurde auch die Beratungskapazität im Jugendcoaching. So konnten im vergangenen Jahr 1.827 Jugendliche an Schulen unterstützt werden. 86% der Jugendlichen hatten einen Migrationshintergrund. Aktuell besteht im Rahmen des Jugendcoachings auch ein großer Betreuungsbedarf und Ressourcenmangel bei Asylsuchenden und Flüchtlingen. Erweitern konnten wir ebenso unsere Angebote im Bildungsbereich. 2016 wurden 1.669 Schulungs-, Beratungs- und Kinderbetreuungsplätze in den verschiedenen Sprach- und Basisbildungsprojekten, in den arbeitsmarktpolitischen Projekten, in der Ausbildung von Basisbildner*innen und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, sowie in der Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. Zusätzlich hat sich das Integrationshaus im Rahmen von Kooperationsprojekten an der Entwicklung und Umsetzung des Projekts „START Wien – Das Jugendcollege“ beteiligt und in der begleitenden Beratung eingebracht. . „Was uns im Integrationshaus besonders freut, ist, dass der Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen im letzten Jahr mit einer zentralen Koordination auf insgesamt auf 200 Freiwillige ausgebaut werden konnte“, so Andrea Eraslan-Weninger

Besuch des Flüchtlingsballs unterstützt das Integrationshaus

Das Integrationshaus ist seit 1995 ein Kompetenzzentrum zur Aufnahme und Integration von Asylsuchenden, Flüchtlingen und Migrant*innen. 141 aktive Mitarbeiter*innen, die mehr als 30 verschiedene Sprachen sprechen, arbeiten aktuell in verschiedenen Fachbereichen. Insgesamt wurden alleine im Jahr 2016 7.562 Unterbringungs-, Beratungs-, Betreuungs-, Schulungs- und Kinderbetreuungsplätze vom Integrationshaus bereitgestellt. Darüber hinaus wird in Kooperationsprojekten wichtige Entwicklungsarbeit geleistet. Die drei größten Gruppen von Flüchtlingen, die das Integrationshaus im Rahmen der Grundversorgung betreut, stammen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. „Ein Besuch des Flüchtlingsballs bringt Vergnügen, unterstützt die Projekte des Integrationshauses und ist ein Zeichen für Menschlichkeit und Solidarität“, betont die Geschäftsführerin abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

DSA Andrea Eraslan-Weninger MSc
Geschäftsführerin
Verein Projekt Integrationshaus
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F: +43 (0)1 2123520 30
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E-Mail: a.eraslan-weninger@integrationshaus.at
Web: www.integrationshaus.at

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