Zsifkovics: Flüchtlinge sind Nagelprobe für Wertegemeinschaft EU

Österreichischer "Flüchtlingsbischof" zum kirchlichen "Welttag des Migranten und Flüchtlings" am 15. Jänner: "Hilfsbereitschaft und Empathie sind nicht Zeichen von Schwäche, sondern machen eine Gesellschaft als offene Solidar- und Wertegemeinschaft stark"

Eisenstadt (KAP) - Flucht und Migration stellen die "große Nagelprobe" für Europa "als Solidar- und Wertegemeinschaft, als Friedens- und Freiheitsprojekt" dar. Das hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics aus Anlass des "Welttags des Migranten und Flüchtlings" am 15. Jänner betont. Hilfsbereitschaft und Empathie seien "nicht Zeichen von Schwäche, sondern machen eine Gesellschaft als offene Solidar- und Wertegemeinschaft stark", wies der österreichische "Flüchtlingsbischof" in einer Aussendung am Samstag hin. Seit 1994 begeht die katholische Kirche diesen Welttag jeweils am zweiten Sonntag nach dem Epiphaniefest/Dreikönig.

Zugleich warnte der Bischof davor, beide Seiten gegeneinander auszuspielen: "Eine Haltung der Humanität gegenüber Flüchtlingen und die Wahrung der Grundbedürfnisse des Gemeinwohls sind keine Gegensätze. Genauso wenig wie das christliche Ja zur Liebe und das Bemühen um eine gerechte Gesellschaft als rechtssicherer Freiheitsraum, als Geltungsraum für Grundrechte Gegensätze bilden würden", so der Bischof, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Agenden Flucht, Migration und Integration zuständig ist.

An der Seite von Menschen in Not zu stehen, die vor Krieg, Terror, Verfolgung und Unterdrückung fliehen, gehöre unabdingbar zum Selbstverständnis der Kirche: "Jesus selbst war ein Flüchtlingskind". Diese "Grundhaltung der Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit" gerade gegenüber Schutzbedürftigen müsse dabei mit dem Bedürfnis und Recht souveräner Staaten in Einklang gebracht werden, die eigenen Grenzen zu schützen und die eigenen Potenziale der Integration nicht zu überfordern, so Zsifkovics. Hilfsbereitschaft finde schließlich "nicht im luftleeren Raum, sondern immer innerhalb eines realen und realistischen Horizonts der Möglichkeiten einer Aufnahmegesellschaft statt". Ebenso setze Integration immer auch ein Bekenntnis von Flüchtlingen und Immigranten zu den Grundwerten der sie aufnehmenden Gesellschaft voraus.

Abschließend bekräftige Bischof Zsifkovics seine Überzeugung, dass die Flüchtlingskrise nicht allein auf nationalstaatlicher Ebene zu lösen sei: "Ohne eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Staaten der Europäischen Union, ohne ein gemeinsames europäisches Handeln auf der Grundlage der Menschenwürde und der daraus erfließenden Menschenrechte, wird das Thema Flucht und Migration nicht zu bewältigen sein."

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