Neues Volksblatt: "Was es braucht" (von Christian Haubner)

Ausgabe vom 14. Jänner 2017

Linz (OTS) - Menschen vor Gefahren zu warnen ist gut und vernünftig. Das geht am besten, indem man für Bewusstseinsbildung sorgt und informiert. Vor diesem Hintergrund scheint die Diskussion darüber, ob nicht auch Zigarettenautomaten Schockbilder zeigen müssen, völlig am Kern der Sache vorbeizugehen.
Es ist grundsätzlich eine gesellschaftliche Entscheidung, welche Genussmittel bzw. Drogen man erlaubt. Tabak ist erlaubt. Ob das gescheit ist, darüber kann man diskutieren. Dass Rauchen der Gesundheit schadet und zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen kann, ist schließlich hinlänglich bekannt. Informationen darüber und gesetzliche Altersbestimmungen sind daher ein Muss. Schockbilder aber nicht. Erstens haben sie kaum abschreckende Wirkung. Und zweitens müsste unser Alltag, konsequent weiter gedacht, von Schockbildern übersät sein: So müssten etwa den Eingang zum Hallenbad Schockbilder von Ertrunkenen zieren (passieren kann ja viel), an Armaturenbrettern der Autos bräuchte es Fotos von Schwerverletzten in Unfallwracks, am Flughafen Bilder von verkohlten Leichen in abgestürzten Maschinen, auf Weinflaschen Bilder von Leberzirrhosen, auf Nahrungsmitteln Fotos von Adipositas-Folgen, auf Fahrrädern oder bei Skiliften ....
Es braucht keine Schockbilder. Es braucht Information, Vernunft und die Anerkennung von Selbstbestimmung innerhalb gesetzlicher Regeln.

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