Präsident Vitouch hofft auf formidables 2017 für Wissenschaft und Künste

uniko-Neujahrsempfang im Zeichen der Zuversicht und Neujustierung der Universitätspolitik

Wien (OTS) - „Ich will, dass unsere Universitäten sich mit den besten staatlichen Unis der Welt messen können. Ich will, dass hier der Bär steppt – nicht nur in Berkeley, Berlin, Basel, Mumbai und Beijing.“ Mit dieser pointierten Botschaft richtete sich der Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko), Rektor Oliver Vitouch, anlässlich des traditionellen uniko-Neujahrsempfangs an die versammelte Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst, die Donnerstagabend der Einladung in den Festsaal der Raiffeisen Zentralbank Österreich in Wien gefolgt war. Der uniko-Präsident äußerte sich zuversichtlich, dass nach Jahren der koalitionären Stagnation in der Hochschulpolitik angesichts der jüngsten Wortmeldungen der Regierungsspitze 2017 zu einem „formidablen Jahr für die Wissenschaften und Künste“ werden könnte. Voraussetzung dafür sei, Universitätsfinanzierung und Studierendenzahlen neu zu justieren, um die Qualität und internationale Konkurrenzfähigkeit anzuheben.

Wie Vitouch in seiner Rede ausführte, sehe er für heuer „gute politische Vorsätze hinsichtlich einer Grundsatzreform der Universitätsfinanzierung“. Für die Universitäten bedeute dies, dass der an sie gestellte Anspruch und deren Ausstattung Schritt für Schritt ins Lot gebracht werden müssen. Der Präsident der uniko nahm dabei auf jene Stichworte Bezug, die mittlerweile sowohl vom ressortzuständigen Vizekanzler Reinhold Mitterlehner als auch vor wenigen Tagen von Bundeskanzler Christian Kern als Notwendigkeiten propagiert wurden: „Kapazitätsorientierung, Studienplatzfinanzierung, Exzellenzprogramm.“ Als Kognitionspsychologe kenne er allerdings auch die Gründe, so Vitouch, warum Neujahrsvorsätze oft scheiterten – etwa wegen unklarer Zielsetzung oder Aufgeben nach Rückschlägen. Nachsatz:
„Die Gesundheitspsychologie unterscheidet zwischen Unmotivierten, Motivierten und Handelnden, die jeweils spezifische Unterstützung benötigen; und ich bin überzeugt davon, dass es sich in der österreichischen Regierungspolitik zumindest um Hochmotivierte handelt.“

Sein Ziel definierte der Präsident der uniko wie folgt: „Wir wollen in Österreich nicht nur Ski-Medaillen gewinnen, sondern auch wieder Nobelpreise, Fields-Medaillen, Turing-Awards und die Pendants zu Pulitzer-Preisen. Wir wollen so gut werden dürfen wie die University of Utah oder die Arizona State University, oder sogar wie die Universitäten von Kopenhagen, Uppsala, Oslo, Aarhus oder Groningen.“ Von „faden, durch die Rahmenbedingungen – Finanzierung und Studierendenzahlen – paralysierten Universitäten“ habe niemand etwas, denn: „Sie sind nicht intellektuell packend, ziehen niemanden an, verbessern keine Wettbewerbsfähigkeit, zünden keine innovativen Funken, machen uns nicht zu besseren Menschen“, setzte Vitouch nach.

Österreichs Universitäten seien bestrebt, ihren Studierenden die besten Chancen zu geben. Dabei gehe es auch darum, „die wechselseitige Verbindlichkeit zwischen der Universität und ihren Studierenden“ zu erhöhen. „Seitens der Universitäten läuft das auf eine Sorgfaltspflicht für all jene hinaus, die aufgenommen wurden, und die ihr Studium auch mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich beenden sollen“, betonte der Präsident. Die Rektorate brauchten daher eine Verordnungsermächtigung, in jenen Studien, wo es aufgrund der Unterkapazitäten dringend geboten sei, die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger zu limitieren. Sozialer Selektivität sei dabei mittels aktiver Programme gegenzusteuern: „Zum Beispiel, indem man Universitäten dafür belohnt, dass sie das wirksam tun“, ergänzte Vitouch.

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