AKS-Chalendi: „Und bei der Bildung gibt es keinen Moonshot?“

Aktion kritischer Schüler_innen kritisiert fehlenden Mut in Plan A von Bundeskanzler Kern.

Wien (OTS) - Am Mittwoch, den 11. Jänner, stellte Bundeskanzler Kern in einer Grundsatzrede seinen neuen Plan A für Österreich vor. In dem 142-seitigen Dokument sind auch 15 Seiten der Bildung gewidmet. Doch während Kern in anderen Bereichen wie der Wirtschaft oder der Energie „Moonshots“, also Riesen-Projekte vorstellt, sind die präsentierten bildungspolitischen Forderungen eher verhalten und wenig revolutionär.

Jasmin Chalendi, Bundesvorsitzende der Aktion kritischer Schüler_innen, ordnet die Vorschläge ein: „Im Programm finden sich viele gute Ansätze, die sich vor allem mit ‚sozialer Selektion‘ auseinandersetzen. Guter Einstieg ins Bildungssystem durch den Kindergarten, moderner Unterricht für alle und Unterstützung am Nachmittag auch für Schülerinnen und Schüler aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien. Diese Punkte sind zwar realistisch gesehen gut umsetzbar, stehen jedoch nicht wirklich für ein visionäres, starkes Bildungssystem, da sie schon lange überfällig sind.“

Unter den Vorschlägen finden sich zum Beispiel die Gratis-Ausstattung jedes Schülers und jeder Schülerin mit einem Tablet und neue Lehrpersonenausbildungen zum Thema Digitales Lernen. „Natürlich sind diese Maßnahmen sinnvoll und der erste Schritt in die richtige Richtung“, so Chalendi, „greifen aber nicht die lernfeindlichen Wurzeln des österreichischen Bildungssystems an. Es braucht moderne Schulgebäude, mehr Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler und vor allem ein ausfinanziertes Bildungssystem!“

Der Index für Chancengleichheit ist zwar ein Mittel, um die soziale Selektion, die in Österreich noch immer herrscht, etwas einzudämmen, wird aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein bleiben, wenn Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen weiterhin mit zehn Jahren getrennt werden.

„Die letzte Pisa Studie hat gezeigt, dass knapp ein Fünftel des Bildungserfolges vom sozialen Status abhängt“, erklärt Chalendi und fordert abschließend: „Nur zu sagen, dass die gemeinsam Ganztagsschule aller 10- bis 14-Jährigen ein langfristiges Ziel ist, reicht nicht mehr. Diese Schulform muss endlich der echte Plan A für die Bildung werden!“

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