Industrie zum Arbeitsmarkt: Beschäftigungsstandort stärken, Lohnnebenkosten weiter senken

IV-GS Neumayer: Lohnnebenkosten zumindest auf deutsches Niveau senken –Beitragssenkung beim Insolvenzfonds umsetzen – Rufe in Richtung Arbeitszeitverkürzung realitätsfern

Wien (OTS/PdI) - „Trotz leichtem Rückgang zeigen die weiter viel zu hohen Arbeitslosenzahlen den Handlungsbedarf für den Industrie- und Beschäftigungsstandort im neuen Jahr. Die Reduktion des Beitrags zum Familienlastenausgleichsfonds mit Jahreswechsel ist ein positives Signal, weitere Maßnahmen zur Senkung der viel zu hohen Lohnnebenkostenlast in Richtung deutsches Niveau sind aber unverzichtbar“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Laut Eurostat lagen die Lohnnebenkosten im Jahr 2015 in Österreich mit 26,3 Prozent vier Prozentpunkte höher als in Deutschland mit 22,3 Prozent. „Als unmittelbar nächster Schritt ist eine weitere Senkung des Insolvenz-Entgelt-Fonds-Beitrags gesetzlich geboten. Angesichts der Gebarungsentwicklung des Fonds ist ohnehin nicht nachvollziehbar, dass diese nicht bereits mit Jahreswechsel vollzogen wurde“, hielt der IV-Generalsekretär fest. Auch das Regierungsprogramm gebe die Auslotung der Potenziale zur Senkung der Lohnnebenkosten vor. „Zudem braucht es weitere Entbürokratisierungsschritte und es muss endlich die im Regierungsübereinkommen vereinbarte Modernisierung der Arbeitszeithöchstgrenze bei Gleitzeit umgesetzt werden“, betonte Neumayer.

„Wiederholte Rufe in Richtung Arbeitszeitverkürzung und nach neuen Belastungen für die Betriebe sind hingegen realitätsfern und auch angesichts einer sich in den letzten Jahren tendenziell verschlechternden Lohnstückkostenposition Österreichs absolut kontraproduktiv“, unterstrich Neumayer. Es brauche vielmehr endlich eine sachlich fundierte Reformbereitschaft im Sinne eines wettbewerbsfähigen, innovativen Arbeits- und Industriestandortes Österreichs: „Ideologische Grabenkämpfe können wir uns schon lange nicht mehr leisten“, so der Generalsekretär, der auch auf die regionalen Unterschiede am österreichischen Arbeitsmarkt hinwies. „Der Fachkräftemangel, etwa im MINT-Bereich, stellt ein großes Problem dar – acht von zehn Betrieben melden Rekrutierungsschwierigkeiten. Neben grundlegenden Reformen im Bildungsbereich ist jedenfalls auch eine, den Bedürfnissen der Unternehmen und damit insgesamt beschäftigungssteigernde, qualifizierte Zuwanderung essenziell, um nachteilige Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft abzuwenden sowie Wachstum und Beschäftigung zu fördern“, so Neumayer. „Bei der vor kurzem erlassenen Fachkräfteverordnung 2017 – Mangelberufsliste – wurde jedoch auf regionale Gesichtspunkte keine Rücksicht genommen und zentrale industrierelevante Berufe, insbesondere Schweißer und Elektroinstallateure, wurden nicht einmal erfasst“, so Neumayer abschließend.

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