„Kulturmontag“: Künstler über das Wahlergebnis, Ausstellung zu O’Keeffe in Wien und Kinostart für die Doku „Sühnhaus“

Außerdem: Vierte Folge der TV-Reihe „Du KUNST mich“ zu „Tanz“

Wien (OTS) - Der „Kulturmontag“ bittet am 5. Dezember 2016 um 22.30 Uhr in ORF 2 heimische Künstler und Kulturschaffende um ihre Einschätzung des Ergebnisses der Bundespräsidentschaftswahl. Außerdem begibt sich das Kulturmagazin in New Mexico auf die Spuren der rätselhaften US-Malerin Georgia O’Keeffe, der sich in Wien derzeit eine Ausstellung widmet, und berichtet über die Dokumentation „Sühnhaus“ – ein Film über eine „glücklose“ Wiener Adresse, der ab 8. Dezember in den Kinos zu sehen ist. Anschließend an das von Martin Traxl moderierte Kulturmagazin steht der vierte Teil der TV-Reihe „Du KUNST mich“ (23.35 Uhr) auf dem „Kulturmontag“-Programm – in der Dokumentation von Tanja Lesowsky und Jenny Rezny, die Kunst auf Provokation treffen lässt, dreht sich alles um den „Tanz“.

Einschätzungs-Frage: Ihr Urteil bitte – Künstler und Kulturschaffende zum Wahlergebnis

Als am 1. Juni 2016 das amtliche Endergebnis der Bundespräsidentschaftswahl bekanntgegeben wurde, schien Alexander Van der Bellen als Sieger festzustehen. Nach Aufhebung des Stichwahlergebnisses durch den Verfassungsgerichtshof stand nur noch eines fest: Die beiden Regierungsparteien wurden bei diesem Volksentscheid in nie gekannter Radikalität abgewählt. Auch was folgte, ist beispiellos in der Geschichte der Republik: verbale und gestische Entgleisungen, Untergriffe, Unterstellungen, das gegenseitige Schwingen der Nazi-Keule, Infamie, die aus allen sozialen Netzwerken quoll. Als sich dann auch noch der Klebstoff an den Kuverts der Wahlkarten in Luft auflöste, wurde das Wort „Bananenrepublik“ heftig bemüht. Am Montag, so die Hoffnung, werden es die Österreicherinnen und Österreicher dann endlich wissen. Und wenn nicht? Wird das Auszählungsdrama andauern? Der „Kulturmontag“ jedenfalls bittet heimische Künstler und Kulturschaffende um ihre erste Einschätzung.

Knochen-Jägerin: Georgia O’Keeffe – Große Ausstellung in Wien

Knochenjägerin, Blütensammlerin, die große Unbekannte, die teuerste Malerin der Welt: Die Amerikanerin Georgia O’Keeffe ist auch einhundert Jahre nach ihrer ersten Ausstellung so rätselhaft geblieben wie ihre Gemälde. Wer ihre monumental-floralen Bilder in Augenschein nimmt, spürt, wie sich Dimensionen verschieben, fühlt sich seltsam geschrumpft wie Alice im Wunderland nach ihrer Teeparty. Aber da ist noch ein weiteres Moment: Kelche, Stängel, Blütenboden scheinen eine andere Geschichte zu erzählen – eine von weiblicher Sexualität. Georgia O’Keeffe, die einsilbige Frau, wies alle Interpretationsversuche von sich. Sie wollte sich nie auf ein Image reduzieren lassen. Im Sommer entfloh sie der Stadt New York nach New Mexico, wo sie nicht Blumen sammelte, sondern sonnengebleichte Tierskelette. Nahe Santa Fe malte sie ihre abstrakten Landschaften und wurde so zur authentischen amerikanischen Malerin und prägend für nachkommende Künstlergenerationen. Das Bank Austria Kunstforum widmet O’Keeffe nun eine umfassende Schau, der „Kulturmontag“ hat sich in New Mexico auf ihre Spuren begeben.

Geister-Haus: Das Sühnhaus – Doku über eine „glücklose Adresse“

Es war eine der schrecklichsten Brandkatastrophen in der Geschichte der Stadt: Am 8. Dezember 1881 brannte das Wiener Ringtheater während einer Vorstellung von „Hoffmanns Erzählungen“ nieder: 384 Opfer waren zu beklagen. Die Ursachen: eine Gasexplosion, bauliche Fehler, Gewinnmaximierung bei 1.700 Zuschauern auf 1.700 Quadratmetern und eine Falschmeldung – „Alles gerettet“. Ausgehend von dieser Tragödie lässt die in München geborene, in Wien lebende Filmkritikerin Maya McKechneay in ihrem ersten dokumentarischen Langfilm, „Sühnhaus“, die Geister der Geschichte aus der Asche auferstehen: Ihr feinsinniger Filmessay erforscht aus eigenwilligen und persönlichen Blickwinkeln die Geschichte einer scheinbar „glücklosen Adresse“. Am Schottenring 7, wo das Ringtheater in Flammen aufging, ließ Kaiser Franz Joseph zur Wiedergutmachung der Katastrophe das sogenannte „Sühnhaus“ errichten. Vom Keller bis zum Dach des Hauses, durch Wiens Archive, Friedhöfe und Brandschutzinstitutionen führt die Dokumentation in eindrucksvollen Bildern. Der Start des vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens mitfinanzierten Films wurde bewusst auf den 8. Dezember gelegt, auf den Jahrestag der Brandkatastrophe von 1881. Der „Kulturmontag“ berichtet.

Außerdem: Dokumentation „Du KUNST mich: Tanz“ (23.35 Uhr)

In der jüngsten, bereits vierten Folge der TV-Reihe „Du KUNST mich“ von Tanja Lesowsky und Jenny Rezny, die Kunst auf Provokation treffen lässt, dreht sich alles um den „Tanz“. Musiker und Stand-up-Comedian Aleksey Igudesman fühlt auch diesmal anderen Kreativen charmant wie provokant auf den Zahn. Dabei bringt sich der russisch-deutsche Geiger, Komponist, Dirigent und Schauspieler stets mit situativer Komik, schrägen Bemerkungen und Kostproben seines musikalischen Könnens ein. In der Sendung, die im Rahmen des „Kulturmontag“ zu sehen ist, trifft er auf die aus Japan stammende Tänzerin Manaho Shimokawa. Gemeinsam mit Manaho begibt er sich auf die Suche nach außergewöhnlichen Kunstallianzen. Dabei entstehen ein lyrisches Experiment mit Schauspielerin Nora von Waldstätten und ein sinnliches Erlebnis mit den beiden Haubenköchen Alain Weissgerber und Christoph Mandl. Ob man wohl Tanz auf dem Gaumen spüren kann? Oder kann man Rilke auch tanzen?

Der „Kulturmontag“ – produziert in HD – wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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