Reimon: Mitgliedsstaaten packeln mit Telekomkonzernen

Roaming-Abschaffung soll rückgängig gemacht werden

Brüssel (OTS) - Ein Leak von Spiegel Online zeigt, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten gegen die geplante Roaming-Abschaffung 2017 sperren. Während das EU-Parlament am Dienstag für eine Deckelung von max. vier Euro pro Gigabyte als Preisobergrenze stimmte, zeigt das Papier, dass der Rat mit zehn Euro pro Gigabyte als Forderung in die Verhandlung hineingeht. Bei beiden Vorschlägen soll der Preis jährlich um einen Euro sinken. Das bedeutet: nach Vorschlag des Parlamentes auf einen Euro im Jahr 2020, nach Vorschlag des Rates auf sechs Euro im Jahr 2021. In einigen Jahren wäre der Ratsvorschlag somit sechs Mal teurer als die Pläne des Europaparlamentes. Damit würde Roaming nach wie vor erhalten bleiben.

Michel Reimon, Schattenberichterstatter im Industrieausschuss für die Preisdeckelung der Roaming-Verrechnung bei Telekomkonzernen, sagt:
"Die europäischen Regierungen müssen sich entscheiden, ob sie auf Seiten der KonsumentInnen oder der Telekomkonzerne sind. Allen voran die finnische Regierung zeigt nun Widerstand gegen den Ratsvorschlag. Infrastrukturminister Jörg Leichtfried muss sich gemeinsam mit den Finnen im Rat für eine bedingungslose Roaming-Abschaffung einsetzen."

In den kommenden Monaten wird das Europaparlament mit dem Rat und der Kommission im sogenannten Trilog verhandeln, wie hoch die Großhandelspreise beim Roaming sein sollen. Dabei geht es um Preisdeckelungen für die Abrechnung zwischen den Telekomkonzernen.

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