Die Konsequenzen der Schließung der Unfallambulanz Mödling

Man spielt mit den Patienten „ping pong“

St. Pölten (OTS) - Als in der Region Baden-Mödling der Neubau eines Krankenhauses notwendig wurde, haben alle Experten dringend geraten, nicht mehrere Krankenhäuser, sondern nur ein einziges Krankenhaus zu bauen, in dem alle medizinischen Leistungen angeboten werden. Auch die Hausärzte in den Bezirken Baden und Mödling warnten davor, zwei Krankenhäuser zu bauen. Es haben 550 niedergelassene Ärzte unterschrieben, ein interdisziplinäres Krankenhaus zu errichten, denn die Ärzte wissen, wie viele Krankheitsfälle und Unfälle so komplex sind, dass mehrere Fachabteilungen notwendig sind. Auch der Rechnungshof und alle Gesundheitsökonomen haben dazu geraten, nur ein Krankenhaus zu bauen.

„Leider sind aber zwei Krankenhäuser gebaut worden. Die zusätzlichen Kosten durch den Bau von zwei Häusern statt einem betragen etwa 40 Millionen Euro. Allein die Rettungstransporte, die notwendig sind, um die Patienten zwischen den beiden Krankenhäusern hin und her zu führen, kosten pro Jahr über € 400.000,-“, stellt Landtagsabgeordneter Dr. Herbert Machacek (BürgerLandtag) fest.

Vor kurzem ist nun sogar die Unfallabteilung in Mödling geschlossen worden und wurde eindringlich davor gewarnt, dass die Hausärzte und die Bevölkerung viel zu wenig informiert sind und es daher zu Komplikationen kommen wird. Nun ist einer jener Fälle an die Öffentlichkeit gelangt, die leider zu befürchten waren.

Wie die Medien berichteten, kam eine Frau mit starken Schmerzen wegen eines gebrochenen Schlüsselbeines in das Krankenhaus Mödling. Sie wurde dort aber weder untersucht noch behandelt, sondern sofort nach Baden weitergeschickt. Es wurde nicht abgeklärt, wie es ihr geht und ob sie vielleicht einen Rettungswagen benötigt.

„Ärzte als auch andere Mitarbeiter des Krankenhauses Mödling haben gesagt, dass Sie selbst nicht wissen, welche Unfallopfer nach wie vor in Mödling behandelt werden und welche nicht“, berichtet Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Von Gimborn (BürgerLandtag). „Die Mitarbeiter des Krankenhauses lässt man vollkommen im Regen stehen und mit den Patienten spielt man ping pong“, führt Dr. Von Gimborn weiter aus.

„Leider rächt sich nun die falsche Entscheidung, zwei Krankenhäuser statt einem zu bauen“, stellt Dr. Machacek fest und schließt mit den Worten „Ich hoffe aber, dass endlich klar geregelt wird, welche Patienten in welchem Krankenhaus behandelt werden und die Patienten ausreichend darüber informiert werden. Auch ist zu hoffen, dass die zusätzlichen Kosten für den Bau und den Betrieb von zwei Krankenhäusern statt einem nicht zu weiteren Einsparungen im Gesundheitswesen zu Lasten der Patienten führt.“

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KD Dr. Werner Katschnig
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