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Verband Wiener Wohnungslosenhilfe sieht dringenden Handlungsbedarf

Wien (OTS) -

Aktueller Bericht bestätigt Lösungsansätze

Der Verband Wiener Wohnungslosenhilfe (VWWH) präsentierte heute bei einer Pressekonferenz seinen aktuellen Bericht zur Situation der Wohnungslosenhilfe in Wien. Zentraler Punkt des Berichts ist der Aufruf nach einer ganzheitlichen Betrachtung gesellschaftlicher Problemlagen mit der Forderung nach übergreifender Wohn- und Sozialpolitik. „Wir müssen mit integrationsfördernden Maßnahmen, der Verbesserung von systemrelevanten Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit, den Menschen leistbaren Wohnraum anbieten zu können, drei Säulen festigen, ohne die unsere Gesellschaft zu zerbrechen droht“, sagt Wolfgang Janik, Vorsitzender des Verbands.

Mit der ersten Säule, der notwendigen Integration und Inklusion von ca. 19.000 Flüchtlingen, die auf das Ergebnis ihres Asylverfahrens warten, steht Wien vor einer großen, aber bewältigbaren Aufgabe. „Viele dieser Menschen werden im Falle eines positiven Asylbescheids nicht, wie vorgesehen, in der Lage sein, innerhalb von vier Monaten die Einrichtungen der Grundversorgung zu verlassen und sich eine Existenz in Wien aufzubauen.“, sagt Gernot Ecker, Vorstandsmitglied des Verbands. „Für diese Personengruppe stehen aktuell nur rund 174 Wohnungen in Wien im Rahmen diverser Projekte der Wiener Wohnungslosenhilfe zur Verfügung. Die Angebote müssen dringend erweitert werden. Nur mit dieser Basis kann die Inklusion und Integration dieser Menschen gelingen.“ Im Bericht werden daher die verstärkte Anerkennung dieser Zielgruppe als KundInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe, der Ausbau der Angebote zur Wohnverfestigung als auch unterstützender Maßnahmen, wie den Zugang zum Arbeitsmarkt, sowie vermehrte Angebote zur sozialen Inklusion und Integration gefordert.

Ein gravierendes Problem ist auch die Starrheit der Systeme. „Starre Systeme kosten und verhindern, dass alle Menschen die Hilfe benötigen, diese auch bekommen“, so Bernadette Straka, Vorstandmitglied des Verbands. „Es gibt nach wie vor Personengruppen, die in prekären Wohnverhältnissen leben müssen oder gar keinen Schlafplatz haben, weil das Angebot der Wohnungslosenhilfe nicht für alle Obdachlosen voll zugänglich ist. Das wirkt sich sowohl auf die psychische als auch physische Gesundheit negativ aus und führt neben einer Verschlechterung der Lebenssituation der Betroffenen zu massiven Folgekosten im Gesundheits- und Sozialwesen.“ Der Verband Wiener Wohnungslosenhilfe fordert daher die adäquate Unterstützung für alle Menschen, die sie benötigen, die ganzjährige Öffnung von Notquartieren für aufenthaltsverfestigte Personen ohne Anspruchsberechtigung, eine verstärkte Kooperation mit Psychiatrie und Behindertenhilfe sowie die Erhebung valider Daten zu den angesprochenen Problembereichen.

Eine massive Herausforderung stellt der weiterhin sehr knappe leistbare Wohnraum dar. Obwohl die VertreterInnen des Verbandes auf eine langjährige, sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Wien , und hier insbesondere mit dem Fonds Soziales Wien, zurückblicken, betonen diese, dass vor allem in diesem Bereich weitere Ressourcen und Investitionen notwendig sein werden. „Die Stadt Wien wächst jährlich um 25.000 Menschen. Wir wissen erfahrungsgemäß, dass von diesen Menschen nicht alle die Möglichkeit und Fähigkeit haben, sich selbst mit menschenwürdigem Wohnraum zu versorgen. Aus diesen Gründen müssen wir tendenziell damit rechnen, dass aufgrund einer nicht ausreichenden Wohnversorgung in Wien soziale Verhältnisse weiterhin verschärft werden.“, sagt Vorsitzender Wolfgang Janik. In Kooperation mit Bauträgern soll daher zusätzlich an konkreten Lösungen gefeilt werden. Unumgänglich sieht der Verband Wiener Wohnungslosenhilfe daher seine Forderungen nach einer übergreifenden Strategie, die WOHNEN und SOZIALES so verbindet, dass ausreichend leistbarer Wohnraum in Wien zur Verfügung steht, einem innovativen und transparenten städtischen Wohnungsvergabemodell mit einer ausreichenden Quote für KundInnen der Wiener Wohnungslosenhilfe und der Sicherstellung von Betreuungsmaßnahmen für bedürftige Menschen in Wien.

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