Wirtschaft für Integration: Mentoring Programm für Flüchtlinge abgeschlossen

MentorInnen aus der Wirtschaft haben sechs Monate AsylwerberInnen begleitet

Wien (OTS) - Mit 1. Juni 2016 hat der Verein Wirtschaft für Integration (VWFI) ein sechsmonatiges Mentoring Programm für Flüchtlinge gestartet, gestern wurde es abgeschlossen. „Kompetenzen erkennen, sichern und weiterentwickeln – das soll bereits während des Asylverfahrens möglich sein“, so Georg Kraft-Kinz, Obmann von Wirtschaft für Integration anlässlich der Schlussveranstaltung.

Pilotprojekt mit Deutschkurs und Mentoring

Das „Refugee Mentoring Programm“ war ein Pilotprojekt, in dem 38 Flüchtlinge von rund 50 Frauen und Männern aus der Wirtschaft begleitet wurden. Die fünf Frauen und 33 Männer leben in Wien und haben eine Ausbildung im Bereich EDV/IT oder im kaufmännischen Bereich. Die Verteilung nach Herkunftsregionen: Afghanistan 11, Iran 8, Irak 8, Syrien 7, Palästina 2, Pakistan 1, Uganda 1.

Ein Deutschkurs und mehrere Workshops waren das Basisprogramm für die TeilnehmerInnen. Die Begleitung durch den Mentor, die Mentorin (bzw. MentorInnen Teams) haben erste Kontakte mit der österreichischen Gesellschaft und Arbeitswelt ermöglicht.

Die Wirtschaftskammer Wien, Industriellenvereinigung, Österreichische Lotterien, Kapsch, Der Mann und HINK Pasteten haben gemeinsam mit dem Verein Wirtschaft für Integration die Kosten für den Deutschkurs und die Workshops getragen.

Mentorinnen kamen aus folgenden Unternehmen: bfi, C&A, Card complete, Emirates, Factor D, GIS, hellrein, Henkel CEE, HFP Steuerberatung, IBM, Job-transfair, Kapsch, Kernkompetenz Executive Consulting, Kienbaum Management &Consultants, Lukoil, NEWS, Österreichische Lotterien, Objentis, oeticket, Perfact training, RBI, RLB NÖ-Wien, Siemens, Trenkwalder, Western Union, Xerox.

VWFI Obmann Georg Kraft-Kinz: „Wir danken unseren SponsorInnen und den MentorInnen für ihre Bereitschaft dieses Pilotprojekt zu unterstützen und mitzugestalten. Unser gemeinsames Anliegen ist es, deutlich zu machen, dass AsylwerberInnen aus ihrer verordneten Inaktivität herausgeholt werden müssen. Wenn wir Möglichkeiten zur Begegnung schaffen, ihre Talente und Fähigkeiten erkennen und wertschätzen, legen wir eine gute Basis für die weitere Integration in Österreich. Nach sechs Monaten mit intensivem Lernen und vielen Begegnungen, sehen wir uns bestätigt.“

Wermutstropfen – verordnete Inaktivität und Dauer des Verfahrens

„Sehr belastend für Asylwerbende und deren BegleiterInnen ist die verordnete Inaktivität während des Asylverfahrens“, so Peter Wesely, Geschäftsführer von Wirtschaft für Integration und verantwortlich für das Refugee Mentoring Programm. Viele der TeilnehmerInnen am Programm warten seit Monaten, teilweise bereits über ein Jahr, auf ein Interview und den Bescheid. Dass hier die Möglichkeiten für (Deutsch) Lernen, berufliche (Weiter)Qualifizierung und Erfahrungen in der Arbeitswelt, kaum bzw. nur sehr eingeschränkt vorhanden sind, ist eine „Vergeudung von Talenten und Ressourcen“, so Wesely.

Die seit Herbst bestehenden neuen Angebote der Stadt Wien mit Bildungsdrehscheibe und Jugendcollege zeigen hier in die richtige Richtung im Umgang mit Asylwerbenden. Für Wesely, „ein Modell, das auch in den anderen Bundesländern umgesetzt werden sollte.“

„Es muss in unserem eigenen Interesse sein, Asylwerbende schnellstmöglich in eine geordnete Tagesstruktur zu bringen, nach ihren Kompetenzen zu fragen und mögliche Perspektiven abzuklären. Wenn es gelingt, in deutlich schnelleren und rechtssicheren Asylverfahren Entscheidungen zu bekommen, dann ist diese Integration von Anfang an auch ein wichtiger Beitrag für ein gutes Zusammenleben“, zeigt sich Wesely überzeugt.

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist Gründungs- und Hauptsponsor des Vereins Wirtschaft für Integration.

www.vwfi.at

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaft für Integration
Peter Wesely, Geschäftsführer
Tel.: 01 94 44 846
p.wesely@vwfi.at

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