Dialogforum Bau Österreich: Endspurt für klare und einfache Bauregeln

Wien (OTS) - Konkrete Fragen an alle mit Baunormen befassten Kreise sollen helfen, die ausgearbeiteten Lösungsvorschläge zu finalisieren. Die zweite Online-Konsultation zur Diskussion und Beurteilung der Lösungsvorschläge für klare und einfache Bauregeln läuft bis Ende Jänner. Grundlage für die Vorschläge waren die mehr als 250 eingebrachten Ideen von 118 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ausgearbeitet wurden die so „kondensierten“ Lösungen in neun Arbeitskreisen.

Der Zwischenbericht des Dialogforum Bau Österreich – gemeinsam für klare und einfache Bauregeln zeigt vielseitigen Handlungsbedarf: für Politik, für die unterschiedlichen Regelsetzer sowie beim Prozess zur Entwicklung von Standards. Aufgabe müsse es sein, Expertenwissen besser zu verlinken und „in eine allgemein verständliche Sprache zu gießen, die branchenübergreifend von Facharbeitern und auch Managern verstanden wird“, sagt Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards. Der Bericht zum Dialogforum Bau nennt als Ziel unter anderem auch einheitliche Formatierungen, damit „Kann“-, „Soll“- und „Muss“-Bestimmungen“ in allen Regelwerken einfach und klar erkenntlich sind.

Auch Bauregeln selbst brauchen einheitliche Qualitätsstandards

Ins Leben gerufen wurde das Dialogforum Bau von Austrian Standards und der Bundesinnung Bau „aufgrund des pauschalen Unbehagens an den oft als überbordend empfundenen Regelungen“, so der Zwischenbericht. Klar wurde in allen Arbeitskreisen, dass es eine neue Art und Weise der Zusammenschau aller Regeln zu einer Fragestellung braucht. Als Beispiel wird die Errichtung einer Treppenanlage genannt, für die unter anderem Baurecht, Bautechnikverordnung, OIB-Richtlinien, Arbeitsstättenverordnung, Treppennormen und die Fachliteratur relevant sind.

Notwendig erscheint, wie im jetzt vorliegenden Zwischenbericht des Dialogforum Bau festgehalten wird, eine Verlinkung und bessere Zusammenschau folgender Regelwerke:

  • Normen (rein Österreichische, Europäische und Internationale)
  • Bauordnungen der Länder
  • OIB‐Richtlinien
  • Förderrichtlinien
  • Gewerbeordnung
  • Arbeitsstättenverordnung
  • Arbeitnehmerschutz
  • TRVB‐Richtlinien
  • Richtlinien der AUVA
  • Hersteller‐Richtlinien
  • Denkmalschutz

Eine Zusammenführung aller fachlich zusammenhängenden Standards unter Einbeziehung Europäischer und Internationaler Normen wird von den Arbeitskreisen als sinnvoll erachtet.

Aufgaben für den Gesetzgeber

Da dem Gesetzgeber eine zentrale Rolle bei der Regelsetzung zukommt, sollen – so schlägt es der Zwischenbericht vor – wesentliche Fragen nach Abschluss des Dialogforum Bau Österreich an den Nationalrat herangetragen werden, der vorgeschlagene Vereinheitlichungen etwa in einem Unterausschuss des Bautenausschusses behandeln soll. Gesetzliche Vorgaben sollen zielorientierte Anforderungen definieren, und Standards, wie ÖNORMEN, sollen die Methoden empfehlen und darlegen, wie diese Schutzziele erreicht werden können.

Offenes Konsultationsverfahren bis Ende Jänner

Über diese und zahlreiche andere Vorschläge, Bauregeln klarer und einfacher zu machen, die im Zwischenbericht des Dialogforums zusammengefasst sind, kann derzeit online abgestimmt und diskutiert werden. Das Konsultationsverfahren auf www.dialogforumbau.at ist bis 29. Jänner 2017 für alle Interessierten offen.

Über Austrian Standards:

Standards sind von Fachleuten erarbeitete Empfehlungen. Sie dienen dem Wohl und der Sicherheit aller, machen das Leben einfacher und sorgen dafür, dass eins verlässlich zum anderen passt. Standards (z. B. ÖNORM) stehen für Qualität und damit für Vertrauen in Produkte und Leistungen. Austrian Standards stellt seit 1920 als unabhängige und neutrale Plattform einen transparenten Prozess zur Entwicklung von Standards in Österreich sicher.
Als das österreichische Mitglied von CEN, dem European Committee for Standardization, und ISO, der International Organization for Standardization, ermöglicht Austrian Standards allen, an der Entwicklung von Standards mitzuwirken. So wird sinnvolles und international anerkanntes Fachwissen leicht zugänglich und anwendbar. Austrian Standards beschäftigt 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standards sorgen in Österreich für ein Mehr an innovativer Wirtschaftsleistung in Höhe von rund 2,5 Mrd. Euro pro Jahr. www.austrian-standards.at

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