Kaske fordert Arbeitsmarktoffensive: Investitionen, faire Verteilung der Arbeit, Ausbau der Aus- und Weiterbildung

An Arbeitszeitverkürzung führt kein Weg vorbei

Wien (OTS) - „Auch wenn im November die Arbeitslosigkeit rückläufig ist, bleibt die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit weiter die zentrale Aufgabe der Politik“, fordert AK Präsident Rudi Kaske einmal mehr eine Arbeitsmarktoffensive. Der Kaske-Plan baut vor allem auf drei Säulen auf: auf öffentliche Investitionen, einer fairen Verteilung der Arbeit und einem Ausbau der Aus- und Weiterbildung. Von der Umsetzung dieses Plans erwartet sich der AK Präsident bis 2020 eine Reduktion der Arbeitslosigkeit um 100.000 Betroffene. Zudem droht eine wachsende Zahl von ArbeitnehmerInnen, dauerhaft an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt zu werden. Für sie braucht es neben der Lösung der individuellen sozialen Probleme auch eine Beschäftigungsgarantie in Form dauerhaft geförderter Arbeitsplätze.

Das Arbeitsmarktpaket der Bundesregierung – Aufstockung des AMS-Personals um 400 Vollzeitstellen, mehr Mittel für Personal in den Bereichen Migration, Integration, Sicherheit und Bildung sowie mehr Mittel für öffentliche Investitionen – sind für Kaske durchaus Schritte in die richtige Richtung. „Aber wir brauchen noch mehr davon. Wir wissen etwa, dass zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit, aber auch wegen der Herausforderungen durch die Digitalisierung kein Weg an einer Arbeitszeitverkürzung vorbeiführt. Wir haben dazu verschiedene umsetzungsreife Konzepte vorgelegt“, lädt Kaske die Arbeitgeberseite zu „einer konstruktiven Diskussion“ ein.

Investieren, investieren, investieren…
In seiner Forderung nach mehr öffentlichen Investitionen fühlt sich der AK Präsident auch durch den jüngsten Konjunkturbericht der OECD bestätigt. Das aktuelle niedrige Zinsniveau bietet viel Spielraum für öffentliche Investitionen, um der Konjunktur und damit auch der Beschäftigung in Europa und Österreich den notwendigen wirtschaftlichen Impuls zu geben. Der Bedarf an Investitionen in öffentliche und soziale Infrastruktur (Bildung, soziale Dienste, Daseinsvorsorge, leistbarer Wohnraum, …) ist hoch.

Jedem/r eine echte zweite Chance
Schaffung eines Qualifizierungsgeldes: Bildungskarenz, Bildungsteilzeit und Fachkräftestipendium sollen zu einem Qualifizierungsgeld und damit zu einer echten zweiten Ausbildungschance gebündelt werden. Notwendig dafür sind ein Rechtsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber auf Bildungsfreistellung sowie ein Rechtsanspruch auf ein existenzsicherndes Qualifizierungsgeld während der Ausbildung.

„Wir brauchen auch Antworten für jene, die langzeitarbeitslos sind, weil sie trotz aller Anstrengungen am sogenannten ersten Arbeitsmarkt keinen Arbeitsplatz finden. Die Menschen haben ein Recht auf Arbeit und ein Recht darauf, unterstützt zu werden“, sagt Kaske. Es ist notwendig, eine Beschäftigungsgarantie für bestimmte Gruppen unter Arbeitsuchenden einzuführen, etwa für Menschen über 50. „Dafür und nur dafür muss der zweite Arbeitsmarkt ausgebaut werden.“

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