Studierende: Auch in Niederösterreich wird soziale Lage schwieriger

AK Niederösterreich-Fachenquete zeigt Schwachstellen der Hochschulpolitik auf

St. Pölten (OTS) - Auch für die 8.500 Studierenden an Niederösterreichs Fachhochschulen wird die soziale Lage schwieriger. Immer mehr müssen arbeiten, um sich das Studium zu finanzieren. Immer weniger bekommen Studienbeihilfe. Das zeigt eine Auswertung der Studierenden-Sozialerhebung auf, welche die AK Niederösterreich heute gemeinsam mit der FH St. Pölten und der ÖH der FH St. Pölten präsentierte. Besonders schwierig ist es in Niederösterreich für Studierende im zweiten Bildungsweg.

An Fachhochschulen in Niederösterreich gibt es nur halb so viele berufsbegleitende Studiengänge wie im österreichweiten Durchschnitt. Das macht es für Studierende im zweiten Bildungsweg wie für ArbeitnehmerInnen mit abgeschlossener Lehrausbildung zu einer besonderen Herausforderung, zeigt eine Auswertung der Studierenden-Sozialerhebung von IHS und Wissenschaftsministerium im Auftrag der AK Niederösterreich. Zudem sind an niederösterreichischen FHs die Zulassungsbedingungen für Studienwillige ohne Matura nicht einheitlich.

Die österreichische Hochschulpolitik erschwert die Lage zusätzlich. Die Einkommensgrenzen und die Höhe der Studienbeihilfe wurden über Jahre nicht angepasst. So beziehen nur mehr 19 Prozent aller FH-Vollzeitstudierenden und nur 12 Prozent aller Studierenden an den Unis Studienbeihilfe. 2011 waren es 23 Prozent der Vollzeit-Studierenden an FHs und 14 Prozent an den Unis. Mit der Studienbeihilfe kommt man auf Grund der Inflation auch immer schlechter über die Runden. Weshalb der Anteil der erwerbstätigen Studierenden steigt. „Bereits 61 Prozent der Studierenden sind während des Semesters erwerbstätig“, schildert Studienautor Martin Unger.

Mehr Studienbeihilfe, bessere Bedingungen für berufsbegleitendes Studieren Aus Sicht der AK Niederösterreich sind das Rahmenbedingungen, die zu ändern sind. „Die Einkommensgrenzen und die Höhe der Studienbeihilfe müssen jährlich valorisiert werden!“, fasst AK Niederösterreich-Vizepräsident Horst Pammer die Forderungen der AK zusammen. Auch die Altersgrenzen für die Studienbeihilfe sollten angehoben werden: Die StudienanfängerInnen in Österreich werden immer älter und immer mehr beginnen ihre Hochschul-Ausbildung, nachdem sie ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt haben. Das erhöhe die Qualität, da bereits Praxis erworben wurde, aber die Studierenden sind deshalb häufig zu alt für staatliche Beihilfen.

„Außerdem brauchen wir in Niederösterreich mehr berufsbegleitende Studiengänge und bessere Bedingungen für berufstätige Studierende. Unter anderem sollen Menschen mit Lehrausbildung Zugang zu einem Fachkräftestipendium bekommen, wenn sie sich an einer FH weiterbilden“, fordert Pammer. Dazu gehöre mehr Transparenz bei den Aufnahmekriterien, speziell für Studienwillige ohne Matura und eine bessere Anerkennung beruflich erworbener Qualifikationen. „Ein Lehrabschluss soll automatisch auch das Studium an einer fachspezifischen FH-Studienrichtung ermöglichen. Wenn wir von den Menschen lebenslanges Lernen einfordern, sollten wir auch Bedingungen schaffen, die das ermöglichen“, sagt Pammer.

Positiv beurteilt Studierendenvertreter Robert Bruckner die Enquete:
„Durch die Studierenden-Sozialerhebung haben wir ein Werkzeug in der Hand, um Vorkehrungen zu treffen um noch zielsicherer zu beraten und Unterstützung zu leisten. Wir bauen hier auch sehr auf das Know How der AK Niederösterreich und sehen in ihr einen verlässlichen Partner bei der Unterstützung Studierender."

Rückfragen & Kontakt:

AK Niederösterreich, Abteilung Lehrausbildung, Bildung und Kulturpolitik, Inge Schwammel
05/7171-24038
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